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Der Gärtner von morgen soll zukünftig nicht nur im Garten aktiv sein, sondern auch in seinen eigenen vier Wänden, wenn es nach Deutschlands bekanntestem Designer Werner Aisslinger geht.
Er hat dafür ein gewöhnliches Wohnhaus in ein ungewöhnliches Gewächshaus verwandelt und lässt Nutzpflanzen wie Kohlrabi, Pilze und Tomaten dort einziehen. Das Haus der Zukunft richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen, und die haben Bedürfnisse nach qualitätsvoller Nahrung, wollen wissen, wo Dinge herkommen, wo sie produziert werden und wie sie produziert werden.
Daher hat der Designer gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Anne-Kathrin Kuhlemann ein Küchenlabor entwickelt, in dem Gemüseanbau und Fischzucht in einem geschlossenen System betrieben werden können.
Aquaponic nennt sich dieses Prinzip: Die Exkremente der Fische düngen die Pflanzen und das gefilterte Wasser der Pflanzen kommt den Fischen wieder zugute. Für den Gärtner heißt das: Großer Ertrag bei geringem Aufwand.
Innovative Wege gehen sie ebenso, um ihre Pflanzen feucht zu halten: Inspiriert von Nebelkäfern, die Nebel für ihren eigenen Wasserhaushalt speichern können, entwickelten sie einen „Nebelfängerstoff“, der Wasserdampf aufnehmen und an die Pflanzen weitergeben kann. So wird das Bad zum nachhaltigen Gewächshaus.
Der Designer treibt es auch gern mal auf die Spitze – wie mit diesen Weiden. Sie wachsen als Jungpflanzen in ein Metallgestell und nehmen nach und nach die Gestalt eines Stuhles an. Der Mensch designt die Hülle, die Natur übernimmt die Umsetzung.
Werner Aisslingers Vision: Man programmiert die Samen so, dass sie wissen, dass sie ein Stuhl werden sollen. Dann bräuchten sie kein Metallgerippe zum Hinweinwachsen mehr, sondern sie würden von selbst in die richtige Richtung wachsen und wissen, welche Form sie annehmen müssen. Eine spannende Vision: Man geht in die Gärtnerei, kauft sich Stuhlsamen und ein halbes Jahr später kann man den Stuhl ernten.
Grüne Zukunftsideen von Morgen - Einige schon fast alltagstauglich, andere noch recht utopisch! Vielleicht aber ein Anreiz auch einmal in eine ganz andere Richtung zu denken.
Beitrag von Julia Vogel



