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Idyllisch wie auf dem Dorf und doch Alltag am Peter-Josef-Lenné-Oberstufenzentrum für Agrarwirtschaft in Berlin-Zehlendorf. Viele, wie auch Jessica Jänicke, machen hier ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr und haben alle Hände voll zu tun.
Vor allem geht es natürlich um gärtnerische Arbeiten, zum Beispiel Pikieren, Topfen und Unkraut jäten doch auch Tierpflege steht mit auf dem Programm. Morgens werden als erstes die Kaninchen gefüttert und dann die Schweine.
Nebenan bereitet Ingo Schneeweiß mit seinem Kollegen einen Baumkletterkurs vor. Nicht jeder Baum ist mit Leiter oder Steiger gut zu erklimmen, um morsche Äste zu entfernen. Dann sind Kletterkünstler gefragt. Eine Arbeit, die viel Konzentration, Fachwissen und Mut erfordert.
Im Oberstufenzentrum können verschiedene Schulabschlüsse erlangt und eine Ausbildung zum Gärtner, Florist, Forstwirt und Tierpfleger absolviert werden. Darüber hinaus bietet die Schule verschiedene Weiterbildungen an. Immer im Sinne des Namensgebers Peter-Josef Lenné.
Die Schule gibt es seit 110 Jahren in Zehlendorf. Einige Teile der Schule haben auch eine Verbindung zur ‚Königlichen Gärtnerlehranstalt‘, die 1823 von Peter Josef Lenné begründet wurde. In dieser Tradition fühlt sich die Schule, daher steht der Name für Natur, für Nachhaltigkeit und auch für Visionen.
Aber Visionen oder Blütenträume werden nur wahr, wenn man sein Handwerk von der Pike auf beherrscht. Und das lernen diese Hauptschüler gerade hier im Gewächshaus. Sie belegen berufsbegleitend ein Jahr Gartenbau, das heißt konkret drei Tage Theorie und zwei Tage Praxis.
Doch nicht jeder hat am Ende auch Lust einen gärtnerischen Beruf zu ergreifen. Aber Heidrun Bussmann ist schon froh, wenn das Interesse für Natur und Pflanzen geweckt wird.
Es kommen Schüler hierher, die hatten mit Pflanzen überhaupt nichts am Hut und wenn das Jahr um ist, dann schon. Ihr Blick auf die Pflanzen hat sich verändert und sie schauen sich die Welt mit anderen Augen an, manche stellen sich danach sogar Pflanzen auf die Fensterbank. Das Interesse für Natur und für Pflanzen wird in diesem Jahr auf jeden Fall geschult.
Nicht zuletzt, weil es auf dem Gelände der Peter-Lenné-Schule die unterschiedlichsten Gärten gibt, die die Schüler selbst angelegt haben und die sie natürlich auch pflegen müssen.
Und die ersten Farbtupfer im Heidegarten machen Lust auf mehr. Und die leuchtenden Zaubernüsse, die Vielfalt an Gräsern oder das zarte Grün im Bambusgarten lassen uns den Frühling schon spüren.
Beitrag von Sylvia Rademacher







