- Erinnerung an Staudenzüchter Karl Foerster

"Das Schweigen scheint wie der Ton himmlischer Vollkommenheit, mit der das Weltuhrwerk seinen Gang tut." Karl Foerster, der Poet und Gartenmensch, konnte die winterliche Stille trotzdem nur schwer ertragen. Bei ihm wird durchgeblüht.

"Rollt bunte Blumenteppiche in den frühjahrskahlen Beeten aus. Lasst Winterlinge zu tausenden auf die Gärten los!" Es gibt noch ein Foersterianer, denen die Worte ihres großen Gartenmeisters in den Ohren klingen. Konrad Näser war Pflanzenzüchter in der Försterschen Staudengärtnerei. Er erlebte ihn bis zu dessen Tod im Jahre 1970.

Da war eigentlich immer etwas am blühen. Es wird durchgeblüht – das bedeutet auch, dass im Vorfrühling  und im Spätherbst etwas blüht. Das wurde bewusst – manchmal auch unbewusst – im eigenen Garten nachgemacht.

Karl Förster hat 60 Jahre seines Lebens in Potsdam Bornim verbracht. Seine Bücher und Schriften fanden reißenden, großen Absatz. Vor allem aber hat er die Gartenwelt mit hunderten eigenen Züchtungen bereichert.

Neue Phlox- und Ritterspornsorten brachte Foerster auf den Markt. Aber auch ein ganz neues Image für einen unterschätzten Beruf.

Als Professorensohn Ende des 19. Jahrhunderts hatte er die Idee: Ich lerne Gärtner! Das war damals so etwas wie Kutscher. Für die Eltern war das zunächst ein Schock. Aber er hat sich durchgesetzt. Er hat dann Briefe geschrieben, an seine Mutter  - wie wichtig der Beruf für seine menschliche Bildung ist. Er glaubte, dass der Gärtnerberuf ebenbürtig den vornehmsten und auch geistanspannendsten Betätigungen des Menschen ist. Er kann der vielseitigste aller Menschenberufe sein.

Vier Stunden am Tag widmete Foerster allein der Beschau seiner Pflanzen. Nur so konnte er feinste Eigenarten, etwa beim Rittersporn, entdecken, die die Züchtung auch lohnten.

Mit großer Aufmerksamkeit lernte er, seine Blumen zu verstehen und den Garten, wie ein orchestrales Werk, zu komponieren. Harfen und Pauken sollen miteinander klingen. Bewegung gehört in den Garten, zu allen Jahreszeiten. Keine Monotonie. Das haben sich Fachleute in der ganzen Welt von Karl Foerster abgeschaut. Bis heute ist er auch international ein Star der Gartenkunst.

„Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtnerin. Und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben war dieser Beruf zu groß.“

Heute sind überall auf der Welt Staudengärten entstanden. Sie verdanken ihre Existenz einem Gärtnerleben, dem des Karl Foerster, der vor 140 Jahren geboren wurde.

Beitrag von Felix Krüger

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