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"Die Welt in einem Garten" – so lautet das Konzept des Botanischen Gartens in Berlin–Dahlem, der zu den größten und artenreichsten weltweit zählt. Bevor der heutige Botanische Garten in Dahlem entstand, befand er sich mehr als zweihundert Jahre am Standort des heutigen Kleistparks in Schöneberg.
Aus Platzgründen musste er Ende des 19. Jahrhunderts auf die sechsmal größere Fläche nach Dahlem verlegt werden.
Auf einer Fläche von 43 Hektar gibt es heute in Dahlem über 22 000 Pflanzenarten aus den verschiedenen Regionen dieser Erde zu entdecken. In den 14 Gewächshäusern und dem Tropenhaus kann man zu jeder Jahreszeit eine faszinierende Pflanzenvielfalt erleben.
Damit dem touristischen Globetrotter die jeweiligen Höhepunkte der Saison nicht entgehen, wurden Jahreszeitenpfade angelegt.
Der Sommerpfad führt auf 12 Stationen zu den blühenden Höhepunkten, wie dem Sumpf- und Wassergarten oder den Staudenbeeten vor den Gewächshäusern. Hier wiegen sich Phlox und Ehrenpreis im Wind.
Zu Füßen des Tropenhauses empfängt der Italienische Garten den Besucher mit geometrisch angelegten Wasserflächen, mit in Form geschnittenen Gehölzen und einer üppigen Blütenpracht. Unter den Palmen schleicht sich schnell ein wenig Urlaubsfeeling ein.
Im Duft- und Tastgarten, der Station Nr.4, lockt die Blauraute mit ihrem würzigem Duft, das Bocksjohanniskraut mit seinen leuchtenden Farben sowie die Schokoladen- und die Gummibärchenblume.
Weiter geht es auf dem „Sommerpfad“ vorbei an Dahlien in Richtung Rosenpavillon, durch die Gehölzsammlung, das Arboretum, bis nach Nordamerika. Hier ist es vor allem im Herbst interessant.
Für einen Hauch „Indian Summer“ sorgen die vielen unterschiedlichen Gehölze, wie der tiefrote Eisenholzbaum, die Essigbäume und der nach ofenfrischen Plätzchen duftende Kuchenbaum. Japanische Herbstanemonen, Sonnenbraut und Herbstastern sorgen großflächig für Farbe. Wie auch die orangefarbenen Beeren vom Sanddorn.
Auch in der kalten Jahreszeit trumpfen so manche Gehölze mit Farben auf: Entlang des Winterpfades leuchtet der Duftschneeball in zartem Rosa und die Zaubernuss in sanftem Gelb und lachsrot.
Wärmer wird es dann unter Glas in der Wüste Afrikas. Vorbei am üppig blühenden Pfennigbaum gelangt man zu den traubenartigen Blüten der Aloe.
Weiter geht die Reise nach Australien. Hier ziehen die gelben kugeligen Blüten der Akazien die Blicke auf sich. Das winterliche Highlight sind jedoch die Kamelien im ostasiatischen Haus.
Im Großen Tropenhaus wächst die Seychellenpalme aus dem größten Samen der Pflanzenwelt, der 8 kg schweren Seychellennuss. Auf den Kanaren im Mittelmeerhaus läuten schon im Februar blühender Rosmarin und die Kanarenglocke den Frühling ein.
Den „Frühlingpfad“ kann man dann ab März unter freiem Himmel beschreiten. Gesäumt von Schneeglöckchen, Winterlingen und Krokussen.
Beitrag von Martina Hiller








