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Jürgen Wilke, pensionierter Wirtschaftswissenschaftler, ist den kleinen Frühblühern hoffnungslos verfallen. Bereits als Zwölfjähriger interessierten sie ihn. Auf schwarz-weiß Fotos versuchte er damals, ihren Reiz festzuhalten.
In den letzten 20 Jahren ist die Leidenschaft ständig gewachsen. Bis nach Syrien führte ihn die Suche nach seltenen Exemplaren. Schmunzelnd sagt er, der Krokusbazillus habe ihn befallen und nicht wieder losgelassen.
Auf seinem 1200 Quadratmeter großen Hanggrundstück in Woltersdorf bei Erkner, direkt am Wald, sprießen etwa 30 000 dieser faszinierenden Pflanzen. Die Palette reicht vom zart blauen, dem „Thomasianus“ auch Elfenkrokus genannt, über den großen lilafarbenen „Remembrance“ bis hin zum gestreiften „Pickwick“ oder dem schneeweißen namens „Jeanne d’Arc“. Besonders stolz ist Jürgen Wilke auf „Tricolor“, einen dreifarbigen Krokus.
Es gibt eigentlich keine Ecke in seinem Garten ohne Krokus. Der Frühlingsgärtner überlässt nichts dem Zufall. Über Jahre hat er seinen Garten fotografiert und überlegt, wie er im Herbst die Pflanzungen ergänzen kann um das Gartenbild zu vervollkommnen. Jürgen Wilke weiß, wo es die besten Zwiebeln gibt. Er weiß auch, mit welchen es im märkischen Sand nichts wird.
Getreu dem Motto „Es wird durchgeblüht“, kombiniert der Krokusfan frühe, mittlere und späte Sorten. Und weil es definitiv keinen roten Krokus gibt, setzt er rote Wildtulpen dazwischen. Beispielsweise Kaufmanniana-Hybriden wie „Scarlet“, „ Baby“ oder „Showwinner“.
Aber auch ohne rot treiben es die kleinen Kerle recht bunt. Allein die gelben präsentieren sich mal fast pastellfarben, wie die Sorte „Creme beauty“ oder intensiv gelb wie die Sorte „Goldlack“.
Auch wenn der Krokus hier in der absoluten Mehrheit ist. Puschkinien, Winterlinge und Märzenbecher sind ebenfalls mit von der Partie. Auch seltene Frühblüher wie die „Frühlingslichtblume“ oder verschiedene Zwergirissorten sind zu finden.
Und wer Jahr für Jahr so viele Krokusse zur Blüte erweckt, weiß auch, worauf es beim Kauf ankommt: Die Knollen müssen feucht gehalten werden. Spezialisten packen sie deshalb in Folie ein. Und vor allem: kaufen Sie nicht zu spät. Kauft man im November, dann liegt die Ware schon zu lange und die Ausfallrate ist relativ groß. Ganz bleiben Verluste aber auch in Woltersdorf nicht aus. An die 1000 Knollen wird Jürgen Wilke auch in diesem Herbst wieder neu stecken.
Beitrag von Martina Hiller








