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Sie tritt auf wie eine Theaterdiva, denn das überdachte Gestell, auf dem sie sich eigens in Töpfchen gepflanzt präsentiert, heißt Aurikeltheater. Nach einem wahren „Aurikelwahn“, der die Ansprüche ans Aussehen der Pflanze ins Skurrile und die Preise ins Groteske trieb, begann die kleine Blume vor gut 100 Jahren in Vergessenheit zu geraten.
Englischen Gärtnern ist es zu verdanken, dass sie wieder in Mode kommt. Besonders bei Sammlern begehrt sind die graugerandeten und bemehlten Sorten, wie ‚Stubbs Tartan’. Sie heißen zusammenfassend auch ‚Grey edged fancy’.
Sorten mit klaren Farben werden als einfarbig bezeichnet, als Selfs. ‚Red Gauntlet’ ist eine von ihnen.
Aber auch normale Gartenaurikeln müssen sich nicht verstecken. Sie tragen zuweilen ebenfalls das schmückende Mehl, „Farina“ genannt, auf Blüten und vor allem auf Blättern. Besonders Anfänger können mit diesen etwas robusteren Aurikeln erste Erfahrungen sammeln.
Gartenaurikeln sind schöne Rabattenblumen, man kann mit ihnen Borders, also blühende Beetbegrenzungen pflanzen. Und sie passen auf bunte Frühlingsblumenbeete, in Gesellschaft mit ihren nächsten Verwandten, den Gartenprimeln. An den Blättern unterscheiden sie sich deutlich. Bei Gartenprimeln sind sie nicht bemehlt und ihre Blüten sind etwas einfacher. Aber die nahe Verwandtschaft lässt sich eindeutig erkennen.
Stammmütter aller Aurikeln sind wahrscheinlich die zierlichen Alpenaurikeln. Das sind zarte, aber widerstandsfähige Steingartenblumen.
Aurikeln blühen bei uns etwa im März/April. Sonne, Wärme und anhaltende Feuchtigkeit vertragen sie nicht so gut. Genau deshalb auch werden besonders schöne oder seltene Exemplare in Töpfe gepflanzt. So lassen sich für die etwas heiklen Geschöpfe eher individuelle Bedingungen schaffen und man kann sie jederzeit ins rechte Rampenlicht rücken.
Beitrag von Gerlind Teuscher






