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Die Farbwahl ist kein Zufall: karminrot. Es leuchtet weithin sichtbar. Was hier in der Malerwerkstatt von Sanssouci entsteht, sind Hingucker – oder besser: Blickschärfer. Sie sollen die Sicht der Besucher in diesem Jahr auf ganz besondere Details im Gartenkunstwerk lenken.
Unterhalb der Bildergalerie steht ein solcher Hingucker – ein Bilderrahmen für die Kunst des Heckenschnitts.
Vom Mauerblümchen, das alte Bauten umschlingt bis zu den großen Blicken reicht die jahrhundertealte aufwändige Paradiesinszenierung in Sanssoucis Gärten. Sichtachsen, die wie naturgegeben wirken. Doch gerade diese Beiläufigkeit ist mühsam erarbeitet.
Das Handwerk der Parkgärtner soll durch die Ausstellung einmal stärker gewürdigt werden. Aber auch verschwundene Highlights wie das italienische Kulturstück, wurden für die Ausstellung wiedererschaffen.
So wird eine Pflanzfläche von über 400 m² mit den Pflanzen gezeigt, die es in dem 1835 angelegten italienischen Kulturstück mal gegeben hat. Darunter sind Gemüsepflanzen, wie Artischocken, Zucchini, aber auch Flaschenkürbisse an Festons.
Noch braucht man viel Fantasie, um sich das Stück Brachland vor den Römischen Bädern auch wirklich als sommerlich mediterranen Gemüsegarten vorzustellen. Schön und nützlich – so musste ein Garten schon zu Friedrichs Zeiten sein. Genuss im wahrsten Sinne. Auch berauschende Mittel wie der Hanf gehören zum paradiesischen Genuss unbedingt dazu.
Um die Schönheit des riesigen Gesamtkunstwerkes zur Geltung zu bringen, sind die Gärtner in allen Bereichen des Parks, wie jedes Jahr mit der Frühjahrsbepflanzung beschäftigt. Doch, wenn zu Ostern auf 289 ha die Ausstellung „Paradiesapfel“ eröffnet wird, könnte dies für ganz neue Ansichten sorgen – in den Gärten rund um das Schloss Sanssouci.
Beitrag von Felix Krüger







