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Frühlingserwachen im Spreewald. Der Winter wird ausgetrieben. Es sprießt schon, das erste Grün, und es lockt. Die Felder warten auf ihre Bestellung, manches hat dem milden Winter getrotzt.
Wer da meint, der Gemüsegärtner hat sich in der kalten Jahreszeit aufs Ohr gehauen, der irrt. In Burg, auf dem Gemüsehof Baronick, ist das gärtnerische Leben im Gange. Hier grünt und wächst es schon mit Macht. Überall drängen sich Gemüsepflanzen dicht an dicht, und es werden immer mehr.
Nach Silvester müssen die Gärtner anfangen und den Samen in die Erde legen. Sonst kommt man zu spät ins Frühjahr hinein. Wenn die Fröste nachlassen, müssen sie sehen, dass die Pflanzen schon im beheizten Folienzelt so viel Vorsprung haben - dass man sie schon mit ein bisschen Vorsprung in die Erde bringen kann.
Bis es so weit ist, wachsen die Pflänzchen in diesem Kinderstubenzelt heran. Da jeweils im Abstand von zwei Wochen neu ausgesät wird, schaffen die Baronicks es, von Ende April bis Dezember immer frisches Gemüse auf diversen Wochenmärkten der Region und Berlin anbieten zu können. Dill, verschiedene Salate, Schnittlauch, Kohlrabi, Rote Beete, und, und, und...
Außerdem gibt es Pflanzenarten, die relativ selten zu haben sind. Beispielsweise verschiedenfarbigen Mangold, den man dann als Stielgemüse oder nachher auch ähnlich wie Spinat verwenden kann.
Im Zelt nebenan wird Postelein geerntet, auch bekannt als Winterportulak oder Gewöhnliches Tellerkraut. So kann der Gemüsegärtner seine freien Flächen im Winter gut nutzen. Und die Kenner sind ganz verrückt danach.
Während der Chef im Kulinarischen schwelgt werden im Kreativzelt die Spreewälder Gurkenpflanzen veredelt. Um richtig schön kräftig zu werden, wird jede Gurke auf eine Kürbiswurzel aufgesetzt. Die ist viel robuster als die Gurkenwurzel und kann mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Außerdem ist sie dann weniger empfindlich gegen Kälte und resistent gegen Pilzbefall. Und was zu viel ist, wird nicht etwa weggeworfen: Es bleibt im hofeigenen Kreislauf.
Vor sechs Jahren haben die Baronicks angefangen, vor allem seltene Schweine zu züchten und damit wird der Kreislauf geschlossen: Alles, was im Betrieb produziert wird, von Kartoffeln, die zu klein sind oder Salat, der verwelkt ist, wird natürlich von den Tieren mit verwertet. Dünger und Dung wird verwendet für die Produktion von Gurken und Tomaten und als Bodenverbesserungsmittel.
Von Sattelschwein bis Federvieh und auch der Mensch, sie alle fühlen sich hier wohl. Und damit das auch so bleibt, ist Winfrid Baronick schon wieder auf dem Acker und pflanzt frischen Salat. Die Brandenburger und Berliner freuen sich darauf.
Beitrag von Sylvia Rademacher



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