- Alte Gemüsearten

Mit leichtem Knoblauchduft bringt sich dieses vermeintliche Unkraut jeden Frühling in Erinnerung: Die Knoblauchsrauke. Bevor sich die Blüten öffnen, kann man ihre Blätter als würziges Küchenkraut verwenden. Zurzeit entdecken Gärtner wie Feinschmecker fast vergessene Wald- und Wiesenpflanzen, die von unseren Ahnen in die Gärten geholt wurden, wieder.

Wie den Wiesenknopf, auch Pimpinelle, Bibernell oder Bockspetersilie genannt. Die Blättchen passen gut zu Salaten und Kräutersoßen ähnlich wie die des Sauerampfers, der sich vom Armeleute-Gemüse zum Gourmetkraut gemausert hat.

Eine richtig steile Karriere hat die bescheidene Wiesenpflanze namens Salatrauke hingelegt: Als "Ruccola“ ist sie ein wahres Trendgemüse geworden. Rauke gibt es für den Garten zum Auspflanzen oder als Samen, der zwischen April und September im 2-Wochen-Abstand gesät wird. Denn wirklich delikat sind nur die jungen Blätter. Sobald die Pflanze blüht, wird ihr Geschmack leicht streng und bitter.

Mangold – viel zu lange als Viehfutter herabgewürdigt – ist auch wieder überall zu haben. Im Garten wächst die mit Rüben verwandte Pflanze auf beinahe jedem Boden in jeder Lage. Mangold kann von April bis August ausgesät werden. Es gibt ihn als Blatt- oder Stielgemüse sowie Sorten in grün, gelb, orange und rot. Erst als der feinere Blattspinat in Mode kam, musste Mangold die Beete räumen – und mit ihm weitere Pflanzen, die in vergangenen Jahrhunderten als Kochgemüse gang und gäbe waren.

Die Gartenmelde gehört dazu, der weiße Gänsefuß und der Gute Heinrich, allesamt Gemüsepflanzen, die inzwischen als Unkraut verschrien sind. Etwas seltener sind der auch wild vorkommende Erdbeerspinat, von dem aber nur die jungen Blätter schmecken und der Rote Meier. Er ist mit dem Fuchsschwanz oder Amaranth verwandt, der auch als Zierpflanze gilt.

Autorin: Martina Hiller