Leberblümchen Hepatica nobilis flowers by Archenzo (wikipedia)

- Leberblümchen

"Mister Hepatica“ nennen Gärtnerfreunde diesen Mann. Hepatica, so wie das Leberblümchen mit botanischem Namen heißt. Andreas Händel züchtet und sammelt die zum Niederknien hinreißenden Frühblüher – darunter auch manche der empfindlichen japanischen, die in ihrer Heimat berühmt und richtig teuer sind. Ein paar 1000 Euro für ein seltenes Exemplar zu zahlen, ist unter Japans Blumen-Enthusiasten durchaus üblich.

In Händels weitläufigem Garten im havelländischen Ketzin ist die Wertschätzung für das Kleine, Feine nicht anders, selbst wenn er seine schönsten Schätze am liebsten tauscht statt kauft und seine Aufmerksamkeit unter dreieinhalbtausend Leberblümchen in 75 Sorten teilen muss. Da blühen solche wie das ‚Rötgesbütteler Röschen’, das derzeit als schönste Züchtung gilt, die besonders großblumige ‚Ballardii’, eine Leberblümchen-Berühmtheit aus England und gefüllt blühende Sorten – zum Beispiel ‚Kirvinberg’.

Und dann gibt es auch noch Händels Liebling: die ‚Blaue Stunde’.  Das ist ein Leberblümchen, das alle Eigenschaften besitzt, die man von einem Leberblümchen möchte. Sie ist wüchsig, reich blühend und sie ist winterhart. Sie hat große schöne runde Blüten und schöne Staubgefäße.

Seit 30 Jahren sammelt und züchtet der 52jährige Gärtnermeister und Gartenbaulehrer die kleinen Hahnenfußgewächse. Engelsgeduld ist dabei oberstes Gebot: Wohl zeigen sich im Jahr nach Bestäubung und Aussaat zarte Pflänzchen. Noch ein weiteres Jahr später, beim ersten Pikieren, erkennt der erfahrene Züchter manchmal schon an den Blättchen einzelner Sämlinge, ob ihm eventuell ein besonderer Wurf gelungen sein könnte. So vergehen unter Umständen 12 Jahre bis eine neue Sorten entsteht – wie in diesem Frühling jene noch namenlose Kreuzung aus dem Jahr 1997. Aus eigener Zucht stammen beispielsweise auch die rosafarbene ‚Odette’ und ‚Tausendschön’, die mit einer viel blättrigen Blüte auffällt.

In der nahen Natur, in den Laubwäldern des Havellandes, ist auch das heimische, so genannte Edle Leberblümchen zu Hause. Von März bis April webt es zusammen mit den verwandten Buschwindröschen blau-weiße Teppiche. Leberblümchen lieben Laubhumus und brauchen im Sommer das schützende, tiefen Schatten spendende Blätterdach der Waldbäume. Ebenfalls ganz in der Nachbarschaft, im Park von Sanssouci, entdeckte Andreas Händel vor Jahrzehnten einen außergewöhnlich schönen Blüten-Typ. Seither ist ‚Typ Sanssouci’ eines der begehrtesten Leberblümchen.

Autorin: Gerlind Teuscher