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Was für so manchen eben ein Gewächshaus ist, ist für Ulf Möller eine wahre Schatzkammer. Nicht nur dicht an dicht, sondern auch übereinander stehen sie, mehr als 1500 Kakteen.
Hier sind es überwiegend Mammilarien, die mit der wohl schönsten Zeichnung und kreisförmig angeordneten Blüten. Das pelzige Kleid schützt sie in ihrer amerikanischen Heimat vor zu viel Sonne und somit vor Verdunstung.
Unter einem weiteren Glasdach gedeihen Echinopsen und andere Sukkulenten.Hier hat der 58-jährige, der sein Geld eigentlich als Versicherungsfachmann verdient, seinen zweiten Arbeitsplatz inmitten all der pieksenden Raritäten. Dazu zählen die Ariocarpen, aber auch ungewöhnliche Kammformen. Nicht ganz alltäglich sind die Lophophoren, sogenannte Rauschgiftkakteen, jedoch mit minimalen Alkaloidanteilen.
Richtig wertvoll ist auch der Copiapoa. Ausschlaggebend sind dabei nicht unbedingt die besondere Form oder extra schöne Blüten, sondern Seltenheit und auch das Alter erhöhen den Sammlerwert.
Ob mit weißen, gelben, roten oder gar zweifarbigen Dornen, ob dicke, dünne oder pelzige Exemplare. Bei Ulf Möller wird nichts weg geworfen, was sukkulent und gesund ist. Die Palette reicht vom blühenden Blattkaktus bis hin zur Echeverie aus dem Baumarkt. Falsch ist jedoch die Annahme, dass Kakteen keine Arbeit machen, denn Ulf Möller benötigt etwa 500-600 Liter Wasser je nach Wetterlage alle 3-4 Wochen.
Mehr als 4 Stunden verbringt er täglich bei seinen dornigen Schätzen. Es muss veredelt und vereinzelt, nach Schädlingen gesucht und für Tauschware gesorgt werden.
Nicht zu vergessen ist die Zeit, die er im Auto sitzt, auf der Fahrt zu Kakteenbörsen, Züchtern, zu Ausstellungen oder anderen ebenso angestachelten Hobbygärtnern.
Autorin: Martina Hiller


