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Arabische Baukunst als Sesam-Öffne-Dich für die etwa ein Hektar große Gartenanlage auf dem nördlichen Stadtwall von Neuruppin. Ein Gartendenkmal besonderer Güte.
Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr das ursprüngliche aber verwilderte Erbe von Kronprinz Friedrich eine umfassende Neugestaltung. Die Obstbäume und Gemüsepflanzen mussten exotischen und einheimischen Laub- und Nadelbäumen weichen wie dem Mammutbaum oder Eiben mit ihren leuchtenden Früchten.
Buchenhecken umrahmen seither Ruhezonen oder geben den Blick frei auf historisch wertvolle Sandsteinfiguren. Sie zählen zu den größten Reichtümern des Gartens und stammen alle aus dem türkischen Garten von Dresden. Die Familie Gentz konnte es sich leisten sie nach Neuruppin zu holen. Dort standen sie im türkischen Garten, einem Lustgarten für sächsische Kurfürsten.
Die Familie des Neuruppiner Torfunternehmers Johann Christian Gentz lebte im Park ihre Vorliebe für das Orientalische aus. Beim Bau der Fabrikantenvilla ebenso wie beim Gärtnerhäuschen mit stilisiertem Minarett. Barocke Kunstwerke wie Putten und Amphoren wurden zusätzlich in den Garten integriert.
Erst im Sommer 2011 wurde die Restaurierung des Tempels abgeschlossen. Zu Friedrichs Zeiten übrigens war der Pavillon noch offen. Der Kronprinz feierte und philosophierte hier und spielte mit seinem Lieblingslehrer Flöte.
Heute finden in dem kleinen Pavillon gelegentlich Lesungen und Konzerte statt.
Der Neuruppiner Tempelgarten ist eine sehenswerte Idylle, die man lange in Erinnerung behält.
Autorin: Uta Greschner
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/gartenzeit/archiv/gartenzeit_vom_040/der_tempelgarten_neuruppin.html