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So 05.06.11 18:30

Nichts gedeiht ohne Pflege - Grün macht Schule

Schulgärten liegen voll im Trend. Dann und wann werden die Beteiligten - Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer - für ihre gärtnerischen Mühen mit Preisen belohnt.

Zum Beispiel mit der Auszeichnung der Lenné - Akademie für eine gelungene Gestaltung des Schulgartens im Sinne des großen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné. Wir haben einen Schulgarten besucht, der im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz geehrt worden ist. Und seither nicht nachgelassen hat, im Gegenteil, die Schüler machen weiterhin begeistert mit und lassen sich für den Unterricht an der frischen Luft begeistern.

Japanisch lernen im Freien – wie idyllisch! Souverän werden die Schriftzeichen zu Papier gebracht. Die Gustav-Heinemann-Oberschule in Berlin-Marienfelde hat einen japanischen Garten, gepflegt von den Schülern ihrer Japanisch-Kurse.

Andrea Roth aus der 8. Klasse hat Japanisch gewählt, weil sie sich für fremde Kulturen interessiert. Und deshalb arbeitet sie auch im Schulgarten mit. Sie findet den japanischen Garten mit seinen ungewöhnlichen Pflanzen einfach schön. Wie die Sprache spiegelt auch er eine fremde, faszinierende Kultur wider.

Ahorn, Farn, Bambus und dazu die Andeutung eines Bachlaufs – es sieht schon sehr japanisch aus, was Hildegard Kroll mit ihren Schülerinnen und Schülern geschaffen hat. Die Sport- und Erdkundelehrerin ist selbst begeisterte Gärtnerin. Sie beobachtet, dass die Kinder beim Gärtnern zur Ruhe kommen und lernen, was es heißt, jeden Tag von Neuem zu pflegen, strukturbewusst anzulegen und zu erkennen, was das Typische eines Gartens ist: Pflanzen langsam wachsen zu sehen und Erfolg und Freude daran zu haben.

Ein weitläufiges Campusgelände mit vielen Grünflächen, das ist die Gustav-Heinemann-Oberschule. Viel Platz für rund 1500 Schüler und für einen zweiten Schulgarten, einen ganz klassischen mit Gemüseanbau, um den Werdegang des Lebens vom Samenkorn bis zum erntereifen Kohlrabi an Ort und Stelle zu erleben und nicht nur aus Büchern im Klassenzimmer.

Sigrid Neun, Biologie- und Mathelehrerin, hatte vor zwei Jahren die Idee, vom normalen Beet am Boden auf Hochbeete umzustellen. Die Kästen dazu haben die Jungen von der Garten-AG in der Holzwerkstatt gebaut. Bennet Seifert und David Friesstamm aus der 7. Klasse
hatten Spaß an der erfolgreichen handwerklichen Arbeit und am Draußensein. Man könne Geräte benutzen, die man zu Hause nicht habe und vor allem gebe es viel Platz.

Natürlich gibt es auch einige Schüler, die mit Garten „nichts am Hut haben.“ Aber auch ihnen macht es Spaß, mal einen selbstgepflanzten Kohlrabi zu ernten und auch zu essen.

Die Bienen-AG der Schule wird von Sigrid Neun, Hobby-Imkerin, angeboten Die Schüler kümmern sich um ihre Bienenstöcke und die schuleigene Honigproduktion – völlig angstfrei.

Von der siebten bis zur zehnten Klasse beteiligen sich Schülerinnen und Schüler an der Gartenarbeit, z.B. mulchen sie mit Grasschnitt ein Kürbisbeet. So entfällt das Unkrautjäten. Ohne Mulch wäre nach den Sommerferien alles zugewuchert.

Frederike Krüger, 9. Klasse, findet es schön, dass sie jetzt auch schon mal alleine im Garten puzzeln kann. Die Eltern seien ganz erstaunt, wie viel sie über die Pflanzen wisse. Es sei ein ganz tolles Gefühl, dass man so was auch in der Schule lernt.

Autor: Christine Olderdissen

Dieser Text gibt den Sachstand vom 05.06.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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