rbb Fernsehen

rbbonline | Archiv

Gartenzeit
Gartenzeit

So 19.02.12 18:30

Botanischer Garten im Februar

Wer durch den winterlichen Garten wandelt, kann den blühenden Lichtblick in den schneebedeckten Gewächshäusern noch nicht erahnen. Nicht nur um die fröstelnde Kälte abzulegen, lohnt sich eine Reise um die Welt im Botanischen Garten Berlin.

Jedes Haus präsentiert einen Kontinent mit seiner typischen Vegetation.

In der Wüste Afrikas wird man durch einen süßlichen Duft neugierig. Er kommt von den unübersehbaren, üppig blühenden Pfennigbäumen (Crassula ovata). Selten sieht man ihn so strahlend weiß zuhause, denn wer dazu müsste man schon bei Temperaturen um zehn Grad in der Wohnung überwintern. Auch die Aloe zeigt sich blühend. Mit ihren traubenartigen rötlichen Blüten erwärmt sie nicht nur das Herz eines Pflanzennarrs.

Weiter geht die Reise nach Australien. Bei ebenso kühlen Temperaturen locken die sattgelben kugeligen Blüten der Akazien den Besucher an. Auch die Granatrote Ruhmesblume (Cliamthus puniceus) zeigt sich in voller Pracht.

Doch in den Wintertagen ist das große Highlight einen Kontinent weiter zu finden: Ein Meer aus Kamelien lockt ins ostasiatische Haus. Als Symbol des Frühlings öffnen sich die Knospen der Kamelie Hagoromo, von Drama Girl und auch Lady Campbell bei Temperaturen um zehn Grad und sechzigprozentiger Luftfeuchtigkeit. Nicht von ungefähr nennt man Kamelien auch "Rosen des Winters“.

Eine Rarität erwartet den Besucher im Großen Tropenhaus. Unter großen Palmenblättern entdeckt man den größten Samen in der Pflanzenwelt – die 20 kg schwere Seychellennuss. Wohlbehütet, bei stetigen 22 Grad Bodentemperatur ist hier nach über 80 Jahren endlich wieder eine Seychellenpalme aufgegangen. Das Keimblatt ist bereits zu sehen, jedoch bis diese Seltenheit Früchte trägt, werden noch mindestens 25 Jahre vergehen.

Lohnenswert ist auch ein Abstecher in das kathedralenartige Mittelmeerhaus. Hier leuchten bei lauen Temperaturen Alpenveilchen (Cyclamen), wohl duftender Rosmarin und der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus). Sie alle stimmen auf den noch etwas fernen heimischen Frühling ein.

Autorin: Julia Vogel

Dieser Text gibt den Sachstand vom 19.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/gartenzeit/archiv/gartenzeit_vom_19/botanischer_garten.html

Fenster schließen!