rbb Fernsehen

rbbonline | Archiv

Gartenzeit
Gartenzeit
Philodendron zu Hause (Quelle: rbb)

So 19.02.12 18:30

Philodendron

Wer den schönsten Philodendron küren will, hat viel zu bedenken: Nicht nur, dass die Urwaldpflanze ihre wahre Größe und Vollkommenheit bestenfalls in den Tropenhäusern botanischer Gärten entfalten kann, auch ihre außerordentliche Vielfalt erschwert die Entscheidung. Das Video zum Beitrag kann aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden.

Allein die Blattformen und -farben geben jedem Philodendron ein eigenes Aussehen – denn sogar innerhalb einer Art verändert das Laub mit dem Alter der Pflanze seine Gestalt. Dort, wo Blätter abgestorben sind, bilden sich zudem interessante Muster, die Blattnarben. Die meisten Arten schwingen sich auf der Suche nach Licht lianengleich in höchste Wipfel. Und genau daher kommt auch der Name: Philodendron nämlich heißt "Baumfreund“ oder "Baumlieb“ - eben weil er einen kräftigen Stamm zum Umschlingen und Festhalten braucht.

Aber auch aufrecht wachsende Riesen gibt es, die im Laufe der Jahre mächtige Büsche bilden.

Andere dagegen breiten sich mit Eleganz auch bodennah aus oder empfehlen sich als zierliche Gewächse – wie der Kletterphilodendron (Ph. Scandens), der es mit seinen herzförmigen Blättern an meterlangen Trieben und seiner Anspruchslosigkeit zur beliebten Zimmerpflanze gebracht hat. Unter den großblättrigen Arten sind besonders eigens gezüchtete Sorten wie ‚Xanadu’ mit doppelt fiebrigem und ‚Red Emerald’ mit pfeilförmigem, rotstieligem Laub als Topfpflanzen geeignet. Philodendren suchen zwar das Licht, vertragen jedoch keine pralle Sonne. Sie gedeihen in normalem Raumklima gut, sind aber jederzeit für zusätzliche Feuchtigkeit dankbar. Mit dem Abwaschen und Besprühen entfernt man zugleich Staub. Blattreinigungs- und -glanzmittel vertragen Philodendren meist nicht.

Per Daumendruck sollten Sie vor dem Gießen prüfen, ob die Topferde bereits trocken ist. Zuviel Nässe schadet vor allem im Winter. Ihren Feuchtigkeitshaushalt reguliert die Pflanze auch über ihre Luftwurzeln. Die dürfen deshalb auf keinen Fall abgeschnitten werden. Bei entsprechender Länge wachsen sie in die Erde ein.

Anspruchsvolle Arten – wie der Surinam-Philodendron (Ph. surinamense) - sind besser im gleichmäßig feuchtwarmen Klima eines Wintergartens oder Blumenfensters aufgehoben. Ebenso der fast schwarzblättrige Philodendron (Ph. melanochrysum). Sein in der Jugend herzförmiges Laub nimmt mit zunehmendem Alter Pfeilform an. Mindestens 18 Grad Luft- und Bodentemperatur braucht auch der Philodendron verrucosum. Das Übersetzen dieses Namens sollte man sich sparen. Wer würde schon einen "Baumfreund voller Warzen“ mögen?

Philodendren sind Aronstabgewächse wie auch andere aparte Grünpflanzen – so das Spathiphyllum, die Dieffenbachie, die Anthurie und die Monstera, das Fensterblatt. Oft wird sie für einen Philodendron gehalten, ist ihm aber nur sehr ähnlich, eine nahe Verwandte eben.

Autorin: Gerlind Teuscher

Dieser Text gibt den Sachstand vom 19.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/gartenzeit/archiv/gartenzeit_vom_19/philodendron.html

Fenster schließen!