- Pflanzendoktor

Jenne Packwitz ist Pflanzendoktor und kommt, wenn er gerufen wird. Seine Patienten sind nicht mobil und mitunter ist es schon sehr hilfreich, erste Symptome zu analysieren, um einen schwereren Krankheitsverlauf zu verhindern.

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Pflanzendoktor

Trakehner Allee 1a
Berlin 14053
Tel.: 030 30090727

Mario Rau ist Rosenliebhaber. Fünfundachtzig verschiedene Sorten wachsen in seinem Garten. Immer wieder kommt eine neue Sorte dazu – auch im Kübel, für die Terrasse. Wer so einen grünen Daumen hat, der hat auch einen wachsamen Blick und erkennt schnell, wenn Gefahr für die Rosen droht.

Jenne Packwitz erkennt auf den ersten Blick die Sorgenkinder.

Jenne Packwitz, Pflanzendoktor
Ich sehe schon, das müssen wir gleich abschneiden. Das ist der sogenannte Blütenrosenstecher. Dagegen können sie sowieso nicht sprühen. Dort wo er seine Eier eingelagert hat, den Trieb müssen sie sowieso nach schneiden. Des Weiteren haben wir hier im unteren Teil die immer im Frühjahr auftauchende Rollblattwespe. Nicht sprühen einfach nur schneiden.

Mario Rau hat noch eine weitere Entdeckung gemacht. Eine kleine schwarze Raupe mit großem Appetit.

Jenne Packwitz, Pflanzendoktor
Jetzt würde ich hier das Tier einfach nur entfernen. Ansonsten die Fraßstellen so lassen, wie es ist. Das treibt nach. Wir können ja noch mal gucken, ob wir noch mehr Räupchen finden. Nein, aber hier haben wir eine sogenannte Schaumzikade. Das ist nicht weiter schlimm, die können sie mit der Hand entfernen oder mit dem Schlauch abspülen. Das ist ein Jungtier mit Eiablage, was noch keinen Schaden macht.

Der Pflanzendoktor soll noch klären, warum diese Rose hier so merkwürdige Blattflecken hat. Denn es sind weder Läuse, noch Raupen, noch andere Schädlinge zu finden. Also werden erstmal Bodenproben genommen, in zehn, zwanzig und dreißig Zentimeter Tiefe.

Jenne Packwitz, Pflanzendoktor
Also im oberen Teil ist durch den starken Regen ein Großteil schon ausgespült. Im unteren Teil ist die Nährstoffkonzentration viel zu stark, d.h. die Pflanze ist im Augenblick überdüngt. Man sollte also die zweite Düngung, die man normalerweise im Juni bei Rosen macht, mal ausfallen lassen.

Auch die ersten Blattläuse sind wieder da. Trotz der vielen Niederschläge und bester Pflege.

Jenne Packwitz, Pflanzendoktor
In dem Fall bleibt ihnen nur das Sprühen. Die Laus wird ihnen in jedem Jahr wieder einfliegen. Sie können sprühen mit einem systemischen Insektizid oder sie können auch mit Spüli, verdünnt, sprühen.

Der Pflanzendoktor erkennt, dass diese braunen Stängel keine Frostschäden sind, sondern durch einen Pilz hervorgerufen wurden, der wiederum bei zu später Stickstoffgabe zuschlägt.

Jenne Packwitz, Pflanzendoktor
Also die Rose sollte nur bis August gedüngt werden. Sie können im Herbst gerne noch mit einem Einzelnährstoff nachdüngen, aber Stickstoff nur bis August.

Beitrag von Martina Hiller