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Gartenzeit
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Mo 28.05.12 18:55

Schlosspark Rheinsberg

Alle schauen zuerst aufs Schloss. Daran erkennt man Rheinsberg. Selbst die Wildgänse rasten gern vor der Postkartenidylle. Und die jungen Mütter genießen den Ausflug mit ihren Babys.

Der Schlosspark Rheinsberg - eine unterschätzte Perle. Kronprinz Friedrich hatte hier angefangen zu gärtnern. Zeuginnen jeder Zeit sind Flora, die Göttin der Blumen und Pomona, die Göttin der Früchte. Am Hauptportal des Architekten Knobelsdorff. Als Friedrich 1744 König wurde, schenkte er Rheinsberg seinem Bruder Heinrich. Er, ein Schöngeist, verwirklichte im Park stets die modernsten Strömungen der Gartenarchitektur. Vom Spätbarock zeugt noch die Hauptallee. Linden und Fichten im Wechsel und als Kegel gestutzt, heute nachgepflanzt. Die Fichten müssen noch wachsen. Die Prinzen Friedrich und Heinrich kannten aber diese Eiche schon. Geschätzt 400 Jahre alt. Und den Riesenwacholder aus Nordamerika. Damals der letzte Schrei. Die alten Bäume werden von den Gärtnern besonders gehegt. In den hohlen Stämmen der Linden pflanzen sie junge Linden nach. Manches ist aber gänzlich verschwunden. Auf diesem kleinen Hügel stand ein Chinesisches Haus. Das war im 18. Jahrhundert so eine Mode aus England. Heinrich wollte auch eins - als markanten Eckpunkt seines Parkes.
 
Parkleiter Mathias Hopp erklärt, dass Prinz Heinrich nicht ganz so viel Geld hatte und viel aus Holz hat bauen lassen. Deswegen ist heute nicht mehr viel vorhanden.
 
Einige Stein-Bauwerke überlebten die drei Jahrhunderte. Wie die Feldsteingrotte, das Picknickarea von damals. Oder der Salon, direkt auf der Querallee, den ein Deckengemälde des Hofmalers Antoine Pesne schmückt. Im Schlosspark Rheinsberg können Spaziergänger den Übergang vom Rokkoko zum frühen Landschaftsgarten nachempfinden. Es gibt schon geschwungene Wege. Diesen Wandel zeigen nur noch wenige Parks in Deutschland. Auf der Schlossinsel auch Sparsamkeit. Blumen, ja, aber keine schnurgeraden Rabatten. Stattdessen Blumenkörbe. Die Pflanzen dafür ziehen die Gärtner in den historischen Gewächshäusern selbst.
 
Grit Döring, Blumengärtnerin Schlosspark Rheinsberg
Das sind alles alte historische Pflanzen. Zum Beispiel: Sommerrittersporn, Vinien, verschiedene Salbien und Kapuzinerkresse.
 
Unterdessen kommen die Orangenbäumchen ins Freie. Den Sommer über stehen sie auf einem Schachbrettmuster - im Orangerie-Parterre. Eingerahmt ist es von einem Laubengang aus Buchen. Romantisch wie eine Aufführung im Heckentheater.
 
Ein Theater in der Natur, das dank des Festivals Kammeroper Schloss Rheinsberg wiederbelebt wurde. Prinz Heinrich von Preußen liebte seinen Park so sehr, dass er hier seine letzte Ruhe finden wollte. In einer Pyramide. Auf 19 Hektar entdecken Spaziergänger immer wieder Ungewöhnliches und Schönes. Am besten Zeit mitbringen - für entspannte Blicke auf das Schloss und den Park Rheinsberg.

Bericht: Heike Boldt-Schüler


Dieser Text gibt den Sachstand vom 28.05.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Mehr Infos

Schloss Rheinsberg

Mühlenstraße 1
16831 Rheinsberg
Telefon: 033931 - 7 26 0

Öffnungszeiten
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr

Montag geschlossen 

Besichtigung mit Führung oder Audioguide
Audioguide speziell für Kinder vorhanden!

Preise
April bis Oktober

6 Euro / ermäßigt 5 Euro | inkl. Führung oder Audioguide



inkl. Tucholsky-Literaturmuseum



Familienkarte Rheinsberg 

8 Euro | 2 Erwachsene und 3 Kinder

gültig für Schloss Rheinsberg und Tucholsky-Literaturmuseum an einem Tag

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/gartenzeit/archiv/gartenzeit_vom_28/visitenkarte_schlosspark.html

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