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Frauenschuh-Orchideen gelten als die schönsten winterharten Orchideen überhaupt. Einziger heimischer Vertreter ist der „Gelbe Frauenschuh“ (Cypripedium calceolus), der allerdings streng geschützt ist, weil er selbst und seine Lebensräume stark gefährdet sind.
Von der Schönheit dieser Orchideen ist auch Hobbygärtner Werner Frosch fasziniert, einer der versiertesten Kenner der Gattung „Cypripedium“ hierzulande. Ihn beeindrucken die große, stattliche Gestalt der Pflanzen und die großen Blüten mit ihren tollen Farben.
Werner Frosch hat mit vielen nichtheimischen Arten aus Asien und Nordamerika Kreuzungsversuche unternommen, was nicht weiter schwer war, denn viele Kombinationen setzen jede Menge Samen an. Diese aber zum Keimen zu bewegen, stellte eine große Hürde dar. In der Natur sind es spezielle Pilze, die die jungen Keimlinge versorgen. Orchideensamen besitzen keine Speicherorgane. Bei der künstlichen Anzucht von Hand müssen spezielle Nährmedien die winzigen Orchideenkeimlinge versorgen. Und da die richtige Zusammensetzung zu finden, war eine lange Tüftelei.
Sind die zarten Orchideenpflänzchen gut gewachsen, werden sie ein Jahr nach der Aussaat nach draußen in Balkonkästen ausgepflanzt. Die Jugendentwicklung verläuft sehr langsam. Rund fünf Jahre dauert es von der Keimung bis zur ersten Blüte. Frosch ist noch immer ein emsiger Züchter und regelmäßig im Herbst besteht die Möglichkeit, überzählige Rhizome seiner Cypripedien-Kreuzungen zu erwerben.
Inspiriert von den Erfolgen von Werner Frosch experimentierte auch der Niederländer Camiel de Jong mit Cypripedienhybriden. Nach der Promotion konnte er seinen Arbeitgeber, den holländischen Pflanzenzüchter Anthura, davon überzeugen, in größerem Stil bei den winterharten Orchideen einzusteigen. Die Zahl der produzierten Frauenschuhe geht mittlerweile in die Hunderttausende. Zur Blütezeit dürften sie allgemein verfügbar und in vielen Gartencentern und Baumärkten zu finden sein. Weil Anzucht und Pflege aufwändig sind, muss man mit zwanzig Euro und mehr für ein einzelnes Exemplar rechnen.
In engem Kontakt mit den Holländern steht Christian Schreiner aus Schwarzach. Von ihm kann man sogar Wildarten aus gärtnerischer Vermehrung beziehen. Er verrät, wie man die kostbaren Schönheiten am besten auspflanzt. Ideal sind feuchte, gut durchlässige Böden. Bei einem schweren Boden solle man eine ordentliche Portion Sand einmischen. Bei sandigen Böden dagegen biete sich als Zusatzstoff rötliches Tongranulat an, das gewöhnlich für Zimmerpflanzen vertrieben wird.
Es ist in der Lage Feuchtigkeit zu speichern, der Boden trocknet dann nicht so rasch aus. Keinen Kompost oder Pflanzerde verwenden und die Pflanzen nicht tiefer setzen, als sie im Topf waren. Den Boden nicht andrücken, durchs Angießen schließen sich Hohlräume von selbst. Zum Schluss wird feine Pinienrinde zwei Zentimeter hoch als Mulchdecke verteilt, man kann dazu aber auch Nadelstreu nehmen. Frauenschuhe werden gefährdet durch gefräßige Nacktschnecken. Im zeitigen Frühjahr und auch im Herbst, wenn sich die Überwinterungs-knospen bilden, rechtzeitig für Schutz sorgen.
Wer Frauenschuhe auf dem Balkon halten möchte, sollte große Töpfe mit einem Durchmesser von rund 30 Zentimeter nehmen, rät Christian Schreiner. Diese zur Hälfte mit Lavasplit oder ähnlichem als Dränage auffüllen und auch die Blumenerde zu einem Drittel oder mehr mit dem Split vermischen. Nach dem Einpflanzen am besten ebenfalls mit Pinienrinde oder Nadelstreu abdecken und dann angießen.







