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Geheimnisvolle Orte
Geheimnisvolle Orte
Stalins Domizil während der Potsdamer Konferenz 1945 in der Babelsberger Karl-Marx-Straße, Quelle: rbb

Mo 21.05.12 20:15

Geheimnisvolle Orte

Das russische Potsdam

Russen und Deutsche erzählen von tiefem Misstrauen und echten Freundschaften, von Neben- und Miteinander, von fetter Beute und uneigennütziger Hilfe, von der Euphorie des Sieges 1945 und der Depression des Abzugs 1994.

Breite Blechtore mit Rotem Stern, Betonsperren, Stacheldraht, grün überstrichene Backsteinmauern, abgeriegelte Straßen, Wachposten – so zeigte sich die Außenansicht der großen sowjetischen Kasernenareale, der KGB Dienststellen, Offizierswohnheime und Kommandanturen in der alten Garnisonsstadt Potsdam.

Wohngebiete in Neubabelsberg und der Nauener Vorstadt waren reine Sperrgebiete, die einstigen preußischen Kasernen voll belegt mit Truppen der Roten Armee.

Eine eigene sowjetische Welt existierte inmitten von Potsdam.

In der Potsdamer Leistikowstraße hatte der sowjetische Geheimdienst ein Wohnhaus zu einem Gefängnis umgebaut. Quelle: rbb

In der Potsdamer Leistikowstraße hatte der sowjetische Geheimdienst ein Wohnhaus zu einem Gefängnis umgebaut. 

Stalin war für zwei Wochen dort und der Geheimdienstchef Lawrenti Berija, der Militärgouverneur Marschall Schukow lenkte von Potsdam aus die Geschicke seiner Besatzungszone. Ein NKWD General Serow, den man Iwan den Schrecklichen nannte, errichtete sein Terrorregime in Ostdeutschland nach sowjetischem Vorbild. Stasi Chef Mielke schaute besuchsweise vorbei. Sie hatten sich eingerichtet auf sehr lange Zeit.

Was hinter den Mauern geschah, blieb den meisten Deutschen unbekannt. Und ein ungutes Gefühl kam auf, musste man sich diesen Sperrzonen nähern.

Wandkritzeleien von Rotarmisten im Belvedere auf dem Potsdamer Pfingstberg, Quelle: rbb

Wandkritzeleien von Rotarmisten im Belvedere auf dem Potsdamer Pfingstberg. 

Als dann 1994 die Tore geöffnet wurden, war es den Potsdamern wie ein "zweiter Mauerfall". Nur waren die Bewohner jener "Sowjetwelt" bereits verschwunden, zurückgeschickt in die Heimat und in eine ungewisse Zukunft.

Film von Christian Klemke

Erstausstrahlung am 22.11.2011/rbb

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Dieser Text gibt den Sachstand vom 21.05.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Infos im WWW

Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de

Memorial Deutschland e.V.

www.memorial.de

Ehemaliges KGB-Gefängnis Potsdam e.V.

Leistikowstr. 1
14469 Potsdam

www.kgb-gefaengnis.de

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