Die Pyramiden vom Treptower Park, Quelle: rbb

Geheimnisvolle Orte - Die Pyramiden vom Treptower Park

So gut wie nichts erinnert an die "Berliner Gewerbeausstellung" von 1896. Der Film lässt das Jahrhundertereignis noch einmal aufleben.

Jene gigantische Schau, die ein einmaliges Kaleidoskop von Industrie, Technik, Kultur, Wissenschaft und Zeitvertreib darstellte.
Die Pyramiden von Treptow, Quelle: rbb
Das Adlon, Hauptrestaurant der Weltausstellung
Ein Jahrhundertereignis, das im Sommer 1896 über sieben Millionen Menschen an die Spree nach Treptow lockte. Dutzende aus dem Boden gestampfte Gebäude mit dem Prunkstück in der Mitte: der riesigen Ausstellungshalle von der Dimension des legendären Kristallpalastes oder des Eiffelturms.
Auch afrikanische Dörfer konnten bestaunt werden, inszenierte Seeschlachten und schon von weitem sah man ägyptische Pyramiden, Kaiserliche Themenparks. Doch einzig das Riesenfernrohr der Archenhold Sternwarte ist davon geblieben, lässt etwas ahnen von der versunkenen geheimnisvollen Wunderwelt im Treptower Park.
Dort, wo vor mehr als hundert Jahren italienische Gondeln über einen künstlichen See fuhren, steht seit 1949 das sowjetische Ehrenmal, errichtet aus den Trümmern der Reichskanzlei. Der bronzene Sowjetheld mit dem deutschen Kind im Arm – das weltbekannte Symbol der Befreiung – ein Mythos, der mysteriöse Geschichten verbirgt.
Nur fünfhundert Meter vom Ehrenmal entfernt ist der Ausgangspunkt eines wohl der spektakulärsten Fluchtabenteuer aus der DDR. Bei Nacht über die Grenze, per Leichtflugzeug vom Treptower Park bis vor den Reichstag. Ein halbes Jahr bevor die Mauer fällt riskieren drei Brüder von hier ihr Leben ...
Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach einem Ort, den viele zu kennen glauben. Heute ein Park mit Liegewiesen und alten Bäumen, die nichts mehr preisgeben von all den Geheimnissen. Wie in einem Puzzle setzt der Film die einzigartige Geschichte des Treptower Parks neu zusammen. Spurensuche zwischen Staunen und Faszination.

Film von Jürgen Ast

(Erstausstrahlung 15.12.2005/rbb)