Geheimnisvolle Orte -
Russen und Deutsche erzählen von tiefem Misstrauen und echten Freundschaften, von Neben- und Miteinander, von fetter Beute und uneigennütziger Hilfe, von der Euphorie des Sieges 1945 und der Depression des Abzugs 1994.

Breite Blechtore mit Rotem Stern, Betonsperren, Stacheldraht, grün überstrichene Backsteinmauern, abgeriegelte Straßen, Wachposten – so zeigte sich die Außenansicht der großen sowjetischen Kasernenareale, der KGB Dienststellen, Offizierswohnheime und Kommandanturen in der alten Garnisonsstadt Potsdam.
Wohngebiete in Neubabelsberg und der Nauener Vorstadt waren reine Sperrgebiete, die einstigen preußischen Kasernen voll belegt mit Truppen der Roten Armee.

Eine eigene sowjetische Welt existierte inmitten von Potsdam.

Was hinter den Mauern geschah, blieb den meisten Deutschen unbekannt. Und ein ungutes Gefühl kam auf, musste man sich diesen Sperrzonen nähern. Als dann 1994 die Tore geöffnet wurden, war es den Potsdamern wie ein "zweiter Mauerfall". Nur waren die Bewohner jener "Sowjetwelt" bereits verschwunden, zurückgeschickt in die Heimat und in eine ungewisse Zukunft.

