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Der Charme eines alten Berliner Platzes und einige Geschichten über ihn und seine Anwohner.
So alt wie der Rüdesheimer Platz ist auch Anny Irmgard Zimmerling. Nämlich runde 100 Jahre. Sie ist mit dem so farbenprächtigen Platz sozusagen gemeinsam alt geworden. Heute wohnt sie noch immer ganz in seiner Nähe.
Der Platz wurde 1911 mit Gartencharakter angelegt. In der Mitte der Brunnen mit der Weinkönigin und Vater Rhein. Eine gut situierte Bürgerschaft sollte der Platz anziehen. Und das hat er auch. In einem der hochherrschaftlichen Häuser wohnte auch Anny Irmgard Zimmerling.
Ein Platz der sich kaum verändert hat und in dem die Häuser alte Zeiten und Geschichte atmen. Auf einer Litfasssäule finden sich Geschichte und Geschichten vom Rüdesheimer Platz. Wie das Leben hier war weiß Rainer Schultz. Er kümmert sich, wie schon andere vor ihm, freiwillig um den Platz. Er kennt seine anekdotenreiche Geschichte bestens.
Rainer Schultz
"Der Platz war natürlich als Spielplatz für Kinder sehr begehrt. Es gab eine Parkeule. Der hat aufgepasst, dass die Kinder nicht in den Brunnen springen. Wenn der weg war, haben sich die Kinder schnell in den Büschen nackig ausgezogen und sind in den Brunnen gehüpft, wie ich von einer älteren Dame erfahren habe."
Hier am Platz haben viele Offiziere gewohnt . So wie man es in der Pension am Rüdesheimer Platz noch kennen lernen kann. Die Häuser waren mit hohem Komfort ausgestattet. Mit einem typischen Fahrstuhl aus den 20er Jahren. Die Wohnungen hatten bis zu 10 Zimmer. In der Pension sorgt Dagmar Röhring nun dafür, dass die alte Zeit in den Räumen auf angenehme Art stehen bleibt.
Es ist der Charme des letzten Jahrhunderts, den viele am Rüdesheimer Platz genießen. Eingebettet in die moderne Zeit – bleibt er ein lebendiger Ort.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/heimatjournal/archiv/heimatjournal_vom130/100_jahre_ruedesheimer.html