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HEIMATJOURNAL
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Sa 19.11.11 19:00

Literatur-Stadtführung

In Berlin auf den Spuren von Kleist – dort wo er gelebt und gearbeitet hat.

Heinrich von Kleist war noch ein Knabe, als er Berlin kennen lernte. Als zehnjähriger kam er an die Spree, um französisch zu lernen. Das war 1788. Immer wieder kehrte er hierher zurück und blieb mal kürzer und mal länger. Von seinen einstigen Lebensorten ist heute leider nicht mehr viel zu sehen. Und doch kann man hier auf interessante Weise Kleists Spuren folgen. Mit dem Journalisten und Buchautor Michael Bienert, der zu Stadterkundungen einlädt. Seit Jahren ist der Journalist von dem Dramatiker fasziniert.

Michael Bienert
"Mir kommt es darauf an, dass die Leute eine Vorstellung davon bekommen in welcher Stadt der Kleist um 1800 gelebt hat, wie die aussah, wie er hier gelebt hat, obwohl man ja nicht mehr so viel davon sehen kann."

Michael Bienert fand einige steinerne Zeugnisse aus jener Zeit. Darunter das Nicolaihaus in der Brüderstraße, das damals schon stand und das Kleist gesehen haben muss, ebenso wie das Haus des Theologen und Altphilologen Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher in der Nähe der Friedrichstraße.

Damals sah das Berliner Rathaus viel bescheidener aus. Kleist wohnte gleich nebenan, weil er preußischer Beamter werden wollte. Hier entstand seine Anekdote "Der Brandweinsäufer und die Berliner Glocken".

Dort wo heute das Nikolaiviertel steht, hat Kleist einmal großen Ärger bekommen. Er hat für ein paar Tage in der Poststraße im Gasthof zum Schwarzen Adler gewohnt und in dieser Zeit verhaftet worden unter dem Verdacht, ein preußischer Spion zu sein und nach Frankreich geschafft worden.

Später zog es Kleist in die Gegend zwischen Friedrichstraße, Unter den Linden und Gendarmenmarkt in die Friedrichstadt. Ein Berliner Bezirk, der im frühen 19. Jahrhundert ein beliebterer Wohn- und Arbeitsort für die künstlerische Elite war. Eine Art Szeneviertel würde man heute dazu sagen.

Die Mauerstraße hieß damals schon so. Hier lebte der Dramatiker bis zu seinem Tod. Auch dieses Gebäude musste weichen, für einen prunkvolleren Bau – ein Bankhaus von 1912. Kleist ist damals dort mit einem Relief, das den Dichter und die Penthesilea zeigt, die Hauptfigur aus dem gleichnamigen Drama.
bereits gewürdigt worden. Hier in der Mauerstraße 53 hat er anderthalb Jahre gewohnt. Mitstreiter der Abendblätter wie Clemens Brentano und Achim von Arnim wohnten hier in dieser Straße. Alle für ihn wichtigen Adressen waren fußläufig zu erreichen. So auch die imposante St.-Hedwigs-Katherale, in deren Nähe er die umstrittenen Berliner Abendblätter herausgab.

Ein Beitrag von Boris Römer

Dieser Text gibt den Sachstand vom 19.11.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Stadtführer

Michael Bienert
Tel: 0 30 – 47 00 69 10
bienert@text-der-stadt.de
www.text-der-stadt.de

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