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Kiezgeschichten im Blogroman +++ Improvisation im Ratibortheater +++ Modedesign in der Esmod +++ Artistik im Kinderzirkus
Der Wrangelkiez ist ein dicht bebautes Altbauquartier im Südosten Kreuzbergs. 46 Hektar groß ist hier die ganze Welt zu Hause zwischen Spree und Görlitzer Park, Skalitzer Straße und Landwehrkanal. Nach dem Bau der Mauer 1961 war die Gegend Stadtrand. Heute sind die Häuser vor allem mit Spreelage heiß begehrt.
Es ist die typische „Kreuzberger Mischung" mit Szeneläden für Kultur, Kunst und Handwerk, internationaler Küche und täglichem Bedarf. Seit 1908 gibt es den "Fisch-Schmidt", der ursprünglich von der Ostsee kam und über alle Zeiten seinen Fischladen rettete. Seit der Pensionierung des letzten Schmidts führt Ayse Andic 1988 die Geschäfte weiter. Schon 1987 übernahm Ralf Ruthsatz ein altes Fernsehgeschäft. In „Silver Disk" verkauft er neben CD´s wieder Vinylplatten.
Was für ein Theater: im Ratibor wird improvisiert. Die Bühne lebt vom Austausch mit dem Publikum. Der Zuschauer macht Vorschläge und das Ensemble „Die Gorillas" denkt sich dazu eine Bühnengeschichte aus. Es ist der Kassenschlager: „Gurke oder Banane". Seit 15 Jahren bekommen die besten Regisseure eine Banane, die schlechten beißen in die saure Gurke. Mit ihrem Lustspiel strapazieren die 15 Schauspieler und zwei Musiker ordentlich die Lachmuskeln.
Überall sieht man bunte Gestalten. Das hat natürlich auch mit der Internationalen Kunsthochschule für Mode zu tun, die "Esmod". Alexandra Kiesel ist Designerin und gibt ihr Wissen als Dozentin an Studenten weiter. Sie selbst ist erst 30 Jahre alt, wurde aber 2011 mit dem „Designer for Tomorrow"-Award von Marc Jacobs ausgezeichnet.
Voll in Mode ist die Kneipenwelt, besonders das "Nest". Unten im Café gibt es Weltküche und darüber in der ersten Etage das wohl ungewöhnlichste Großraumbüro. Das "Nest Coworking Space - „Schöner arbeiten in Berlin Kreuzberg" im Charme einer Berliner Altbauwohnung hat 23 Büroplätze und die bieten sogar einen Blick über den Görlitzer Park.
Mit Beiträgen über:

Der Blogroman
Sebastian Kraus, einst Hausbesetzer, heute Schriftsteller beschreibt in seinem Blogroman den Kiez im Wandel der Zeiten. Besetzerzeiten, Mauerzeiten und das Leben heute bieten genug Stoff.

Die Manege
Was für ein Zirkus und das gleich zweimal: im „Circus Schatzinsel" am Spreeufer werden Kinder zu Artisten. Im Görlitzer Park gibt es seit 20 Jahren den „Kinderzirkus Cabuwazi".

Der Traditionsdöner
Mitten im Partydreieck am Schlesischen Tor liegt das „Bagdad Restaurant". Am Wochenende ist es 24 Stunden offen. Das hat sich unter Einheimischen und Touristen herumgesprochen.


