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Oberschöneweide von oben +++ Café Schöneweile beim Pförtner +++ Thüringer in der Straßenbahn +++ Flößen in der Metropole
Die Geschichte Oberschöneweides ist eng mit der Industrialisierung Berlins und der AEG verbunden, die dort 1890 ihr erstes Werk in Betrieb nahm. Bald war die Rede von der Elektrostadt "Elektropolis". Zu DDR-Zeiten waren entlang der Wilhelminenhofstraße das Kombinat Kabelwerk Oberspree (KWO), das Transformatorenwerk Oberspree (TRO) und das Werk für Fernsehelektronik (WF). Vom Turm des Peter-Behrens-Baus kann man den riesigen Industriekomplex überblicken. Es kehrt Leben zurück. 2009 eröffnete der Campus Oberschöneweide der Hochschule für Technik und Wirtschaft mit 8000 Studenten.
Im Pförtnerhäuschen des einstigen Transformatorenwerkes werden keine Betriebsausweise mehr kontrolliert, sondern frischer Kaffee und Kuchen serviert. Nele Jonca führt seit einem Jahr das Café Schöneweile. Eigentlich ist sie ja Schauspielerin, aber mit dem Café hat sie eine neue Berufung gefunden. Sogar Bryan Adams macht es sich gelegentlich an den zu Tischen umfunktionierten Kabeltrommeln gemütlich. Der kanadische Rockstar hat gleich nebenan eine Halle gekauft. Studenten, Künstler und Nele Joncas bunte Tapete machen die neue Mischung im alten Industriekiez aus. Das Freitagsfeuer mit Stockbrot über der Flamme lieben alle Kinder aus dem Kiez.
Die Wilhelminenhofstraße verläuft parallel zur Spree. Mehrere Brücken überqueren das Wasser: die Stubenrauchbrücke für Autos, die Treskowbrücke für Autos und Tram, für Fußgänger und Radfahrer der Kaisersteg. Die Spreehöfe liegen am Wasser. Sie sind ein Ort für Alltagskultur. Kino, Fitness, Diskothek und ein ganz neues Tram-Bistro gibt es hier. Jürgen Ringker serviert ausschließlich thüringische Spezialitäten. Am Spreeufer können Freizeitkapitäne mit dem „Spreefloss" auf hohe Fahrt gehen.
Mit Beiträgen über:

Der Industriesalon
Das Museum sammelt alles von Maschinen, über Brigadetagebücher bis hin zu Fernsehelektronik. Ein Teil der Sammlung bildet das ehemalige Werksmuseum "Technik im Turm", das bereits in den 1980er Jahren entstanden ist.

Das Atelier
Künstlerin Emely Pütter malt in ihrem Atelier in einer ehemaligen Industriehalle mit Blick auf die Spree. Für sie die pure Inspiration wie Berlin überhaupt. Vorher hat sie schon an vielen Orten gelebt, jetzt aber ihr Refugium gefunden.

Der Kiez
Dirk Friedrich ist Liedermacher und waschechter Oberschöneweider. Er hat eine Hymne auf seinen Kiez geschrieben und zeigt die schönsten Ecken vom Uferrand bis zur Studenten-WG.

Das Funkhaus
In der Nalepastraße hatte der Rundfunk der DDR von 1956 bis 1990 seinen Sitz. Heute haben junge Musiker die Akustik für sich entdeckt.


