-
Altes und neues Stadtschloss +++ Weißer und roter Adler +++ Raum der Stille und Plenarsaal +++ Weiße Wände und provokante Kunst
"In der Mitte ist das Herz der Stadt oder sie hat keins!" Dieser Satz stammt vom ehemaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, der schon als Kind in den historischen Ruinen spielte. Das Potsdamer Stadtschloss, einst Zentrum preußischer Macht, wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Teile der Außenmauern standen noch, als die DDR-Regierung es 1960 endgültig sprengen ließ. 50 Jahre danach, am 25. März 2010, erfolgte der erste Spatenstich für dessen Wiederaufbau. Inzwischen erstrahlt das Potsdamer Zentrum in neuem Glanz, das Schloss ist fertig und der Potsdamer Landtag hat seinen neuen Sitz bezogen.
Der Weg dorthin war steinig. Jahrelange Diskussionen gingen dem Bau voran. 2001, im Jahr der Bundesgartenschau, wurde mit Hilfe von Spenden das Fortunaportal als Teil des Ensembles wieder errichtet. Das Schloss, bzw. dessen äußere Erscheinung, gäbe es jedoch nicht ohne das große Engagement von Mäzenen und Bürgerinitiativen.
Der äußere Prunk trifft auf die innere Sachlichkeit. Weiß herrscht hier vor, soll Transparenz darstellen. Das Herzstück des Landtages ist der Plenarsaal, der Platz für 88 Abgeordnete bietet und der für alle Fälle auch erweiterbar ist. Bis auf die roten Stühle ist auch der Plenarsaal in weiß gehalten, sogar der Adler, das sonst rote Wappentier reiht sich in die minimalistische Farbgebung ein. Der rote Adler ist indes ins Büro des Landtagspräsidenten Gunter Fritsch eingezogen.
Auch Politik geht durch den Magen und deshalb gibt es im Landtag auch eine öffentlich zugängliche Kantine. Betreiber Oliver Paul ist stolz auf seinen neuen Arbeitsplatz mit Blick über die Stadt. Im Übrigen gibt es hier Mittagessen für jeden Hungrigen, Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr.
Mit Beiträgen über:

Der Umzug
Vom baufälligen Gebäude auf dem Brauhausberg zieht der Landtag ins neue Schloss. Ein wenig müssen sich die Abgeordneten noch an den minimalistischen Zweckbau gewöhnen. Doch froh über den Umzug sind sie allemal.

Alte Schlossteile
Der Verein Potsdamer Stadtschloss e.V. rief die Potsdamer auf, mal nachzuschauen, ob sie vielleicht noch ein paar alte Bauteile vom Schloss haben. Denn nach der Sprengung 1960 waren die übrig gebliebenen Fragmente beliebtes Baumaterial.

Kunst im Landtag
Die weißen Wände bieten die perfekte Projektionsfläche für Kunstwerke. Doch gleich die erste Ausstellung erhitzt die Gemüter. Eine Porträtreihe des Malers Lutz Friedel klammert die Bösewichte der Geschichte nicht aus.


