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Mal über den Zaun langen und ein paar der schönsten Mirabellen des Nachbarn pflücken - reizvoll, aber verboten. Wie man redlich und gesetzestreu dennoch "Mundraub" begehen kann, weiß eine Webseite, die herrenlose Obstbäume und verlassenen Gärten kennt.
Bewaffnet mit allem, was es zur Obsternte braucht, trifft man sie in den Sommermonaten häufig an: Mundräuber! Mitten in der Stadt!
Magda Zahn kennt viele frei zugängliche Erntequellen in der Stadt. Und findet immer noch was Neues. Zusammen mit Kai Gildhorn leitet sie die Internetplattform "Mundraub". Auf einer interaktiven Landkarte können Obstbäume markiert werden, die im öffentlichen Raum wachsen. Jeder soll wissen, wo man umsonst Obst pflücken kann!
Das Prinzip des Allgemeinguts reicht weit zurück. Unsere Vorfahren nannten es "Allmende", wenn man sich Anbauflächen miteinander teilte.
Magda Zahn: "Allmende wurde hauptsächlich im Mittelalter genutzt. Und es ging darum, dass gemeinschaftliche Flächen von den Dorfbewohnern gemeinschaftlich genutzt wurden. Zum Beispiel Streuobstweisen oder Weidefläche. Aber bei uns ist es jetzt ziemlich in Vergessenheit geraten. Und das obwohl es ja eigentlich eine Fülle von Gemeingütern gibt auch in Deutschland. Wenn sich halt Leute gemeinsam verantwortlich fühlen würden und das auch gemeinsam nutzen könnten, wäre das eine super Sache."
Das Wissen, wo was wächst, wollen die Mundräuber nicht für sich behalten, sondern mit anderen teilen. Je mehr öffentliche Obstbäume auf ihrer Plattform verzeichnet werden, desto besser!
"Ich finde das auch auf jeden Fall ’ne wichtige Sache, dass man den Leuten wieder so das Werkzeug in die Hand gibt und das Bewusstsein wieder weckt, dass man tatsächlich selber seine Sachen ernten kann und nicht das Plastikabgepackte im Supermarkt einfach immer hat."
Beitrag von Angelika Brötzmann








