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Gesprächspartnerin von Friederike Sittler ist Wiebke Rockhoff, Referentin Grundsicherung und Arbeitsmarktpolitik vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Der Begriff "Gentrifizierung" ist vom englischen Wort "gentry" (niederer Adel) abgeleitet und wird seither zur Charakterisierung sozialräumlicher Entwicklungsprozesse von Stadtquartieren genutzt.
In der sozialwissenschaftlichen Fachwelt versteht man unter Gentrifizierung eine allmählich, durch Erneuerungsmaßnahmen und / oder Eigentümerwechsel entstehende Dominanz einkommensstarker Haushalte in attraktiven urbanen Wohnlagen zu Lasten von weniger verdienenden Bevölkerungsgruppen.
Solche Prozesse verlaufen in ihrer Anfangsphase wie im Stadium ihrer Vollendung selten konfliktfrei. Sie lösen bis heute europaweit unterschiedliche stadtpolitische Protestaktionen aus…
(aus einem Material der Bundeszentrale für politische Bildung)
Schwerpunkte des Gesprächs:
40 Quadratmeter stehen in Berlin im Durchschnitt pro Kopf zur Verfügung. Da einige aber weit mehr haben, müssen ja andere sehr beengt leben…
Hier sind es wohl über 300 Quadratmeter, zwei Bäder, zwei Balkone…– kommt da nicht doch ein wenig Sozialneid auf?
85% der Berliner sind Mieter, sie klagen über steigende Mieten. Jemand der in München oder Köln wohnt, kann da vermutlich nur milde lächeln. Berlin gilt immer noch als preiswert...
Ein Bezirk wie Lichtenberg galt als großes Problem, der Leerstand war zwischenzeitlich sehr hoch. Nun gibt es den Weiterzug – erst aus Prenzlauer Berg nach Friedrichshain / Kreuzberg, nun suchen gerade junge Familien in Lichtenberg. Das ist doch eigentlich gar nicht schlecht – ein Bezirk gewinnt Qualität zurück…
Wir stellen aber auch fest: Obwohl die Mieten steigen, suchen viele keine neue Wohnung. Die Fluktuationsquote liegt nur noch bei 7%. Wie kommt das?
Eigentümer sagen: Wir haben lange Zeit an unseren Wohnungen nichts mehr verdient, nun müssen wir modernisieren und einfach auch unseren Schnitt machen...







