- Hof der Hoffnung

Die Fazenda Gut Neuhof liegt bei Nauen. Für ein Jahr können hier ehemals Drogenabhängige ein selbstbestimmtes Leben lernen.

Einzige Voraussetzung: Sie müssen ihr ernsthaftes Interesse an einer Rehabilitation bekunden und versichern, dass sie sich an die strengen Regeln halten werden. Dabei sind das Leben in Gemeinschaft, Beten und Arbeiten Kern der Therapie. In Wohngruppen haben die Männer einen geregelten Alltag.

Nach dem Frühstück gibt es eine Andacht. Gemeinsam erarbeiten sie ihr Motto für den Tag. Die Fazenda gehört zur Gemeinschaft der Familie der Hoffnung, die von der katholischen Kirche anerkannt ist. Glaube ist keine Voraussetzung für die Aufnahme.


Einer der Bewohner ist Dominik aus gut katholischem Hause. Sein Jahr ist fast um. Gerade ist er neunzehn Jahre alt geworden. Schon mit elf Jahren fing er an zu trinken. Mit siebzehn nahm er alles, was er bekommen konnte: Alkohol, Marihuana, Tabletten.

Zwei Berufsausbildungen hat er abgebrochen. Hier hat er wieder zu sich gefunden, die Andacht bringt ihn zur Ruhe. Er will nach einem dreiwöchigen Urlaub im Herbst als freiwilliger Helfer zurückkommen - um noch stabiler zu werden.

André Marques kommt aus Brasilien und ist seit zwei Jahren pädagogischer Hofleiter, seit sechs Jahren lebt er in Deutschland. Als er 19 Jahre alt war, kam er als Drogenabhängiger auf eine Fazenda in seinem Land. Schnell war ihm klar, dass er selbst helfen will. Seither ist die Arbeit auf der Fazenda seine Berufung.

Er lebt und arbeitet mit den Männern, führt Gespräche, wann immer er denkt, es sei notwendig. "Einer hat mir mal gesagt: André, an Gott kann ich nicht glauben… ich bin kein gläubiger Mensch… Aber was ich hier sehe, was ich hier berühren kann, an das glaube ich.“ Denn vor allem wird hier gearbeitet. Zum 15-jährigen Bestehen am 5. Oktober 2013 ist nun auch der letzte Bauabschnitt fertig - das Gästehaus. Viele freiwillige Helfer und ehemals Drogenabhängige haben geholfen.

Beitrag von Julia Sebastian

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