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Die Nagelkreuze wurden zunächst aus Originalnägeln der zerstörten Kathedrale von Coventry gefertigt. Seit gut zehn Jahren aber kommen sie aus einer deutschen JVA – und das macht durchaus Sinn: Lernen aus der Vergangenheit. (Das Video zum Beitrag liegt aus lizenzrechtlichen Gründen nicht vor.)
Würzburg vor 68 Jahren. Um 21.35 Uhr beginnt der Angriff der Royal Air Force auf die Stadt. Ein Pilot kontrolliert die Treffer und filmt den Untergang der alten Residenzstadt. 5000 Würzburger sind dem Angriff zum Opfer gefallen.
16. März 2001. Am Jahrestag des Bombenangriffs wird auch Würzburg Nagelkreuzzentrum. Der Leiter des Versöhnungswerks Coventry bittet als Vertreter Englands um Vergebung für die Verwüstungen in den letzten Kriegstagen.
Inzwischen ist Würzburg ein zentraler Ort in der weltweiten Versöhnungsarbeit geworden.
In der Schmiede der JVA Würzburg nutzt Christian seine Haftzeit, um eine Lehre als Metallbauer zu machen. Schlossereileiter Udo Settler spricht mit den Häftlingen auch über die Geschichte der Nagelkreuzbewegung:
"Weil die sollen wissen, was sie da produzieren und wofür das ist. Versöhnung betrifft auch Gefangene, sie sind ja nicht nur Verbrecher, die Kleinigkeiten angestellt haben, sondern die haben irgendwo auch noch was gutzumachen und da ist Versöhnung ein wichtiges Thema, finde ich."
Fast hundert Kreuze sind aus dem Knast inzwischen in alle Welt gegangen.
Beitrag von Margarethe Steinhausen







