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"Omanut" ist das hebräische Wort für Kunst. Gegründet wurde die Einrichtung von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Judith Tarazi arbeitete als freie Grafikerin, bevor sie als Kunsttherapeutin hierher kam. Ihr heilpädagogischer Ansatz: Kreative Arbeit soll die Ressourcen und das Selbstvertrauen der Teilnehmer stärken.
Judith Tarazi studierte Erziehungswissenschaften und Psychologie. Seit April 2012 leitet sie im Kunstatelier „Omanut“ Berliner Juden mit psychischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung an, sich künstlerisch zu betätigen.
Daran reizt sie, ihre Erfahrungen mit kreativer, künstlerischer Arbeit an Menschen weiter zu geben, die durch ihre Krankheit in vielem benachteiligt sind, häufig isoliert und unter fehlendem Selbstwertgefühl leiden.
Judith Tarazi kann diese Menschen nicht wieder "gesund machen", es geht nicht um "klinische" Kunsttherapie, sondern um heilpädagogische Aspekte.
Beschäftigung mit Kunst und künstlerische Betätigung tun diesen Menschen mit unterschiedlich schweren Erkrankungen und Behinderungen einfach gut, vermitteln ihnen Freude, aber auch Anerkennung und Stolz und steigern ihr Selbstwertgefühl.
Hinzu kommt der wichtige soziale Kontakt mit anderen. Die Stunden und Tage im Kunstatelier sind für die Teilnehmer häufig die einzige Möglichkeit, mal mit anderen Menschen, als ihren engsten Verwandten zusammen zu treffen.
Die Teilnehmer (nicht Patienten) sind Menschen, die vor allem aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aber auch aus anderen Ländern nach Berlin gekommen sind.
Neben der künstlerischen und handwerklichen Betätigung ist ihnen wichtig, auch ein jüdisches Umfeld zu haben, hier die jüdischen Feiertage begehen und jüdische Bräuche pflegen zu können.
Beitrag von Bert Ostberg







