- Weihnachtsgeschichte 2013

Eine alte Geschichte neu erzählt in einem heute eher unüblichen Genre: als Scherenschnitt-Trickfilm. Unüblich auch der Ort des Geschehens – kein Stall in Bethlehem sondern ein Flüchtlingsboot vor Lampedusa. Eine Weihnachtslegende aus dem Jahre 2013.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass das Land von einer großen Dürre geplagt wurde. Das Klima hatte sich verändert.

Und es gab viele Kriege und Unruhen. Hunderttausende wurden getötet oder vertrieben.

Immer weniger Menschen sahen für sich eine Zukunft in Afrika.

Tausende verließen ihre Heimat und brachen auf nach Europa. Man sagte: dort lebten die Menschen in Frieden und jeder würde satt.

Da machte sich auch auf Jamal aus Eritrea mit Miriam, seiner lieben Frau. Die war schwanger.

Sie zogen viele Wochen durch Nordafrika, bis sie an die libysche Küste kamen. An einer geheimen Stelle sollte ein Boot nach Italien ablegen.

Für die Überfahrt gab Jamal sein setztes Geld, obwohl auf dem Boot kaum noch Platz für sie war.

Miriam hatte Angst, denn die Zeit, da sie gebären sollte, war schon gekommen. Die Schlepper aber beruhigten sie: die Fahrt sollte nur wenige Stunden dauern.

So kauerten sie sich zu den anderen Flüchtlingen auf das Boot.

Die Reise dauerte sechs Tage und sechs Nächte. Bald hatten sie nichts mehr zu essen und kaum noch etwas zu trinken.

Plötzlich sahen sie ein Licht. Es waren die Suchscheinwerfer eines Frontex-Bootes. Europäische Grenzsoldaten. Die sagten ihnen, dass in Europa kein Platz für sie sei und dass sie umkehren müssten. Dann fuhren sie
wieder davon.

Da kam ein fürchterlicher Sturm auf, der ging den ganzen Tag und den ganzen Abend bis es wieder Nacht wurde.

Miriam spürte, dass die Wehen einsetzten. Das kleine Boot geriet in Seenot. Da gebar Myriam ihren ersten Sohn.

Kaum war das Kind geboren, legte sich der Sturm. Die Meeresoberfläche wurde so glatt, dass sich die Sterne darin spiegelten.

Da entdeckte ein Schiff der italienischen Küstenwache die Flüchtlinge und zog sie zur Insel Lampedusa.

Miriam wickelte ihr Kind in eine Rettungsfolie, hielt es mit letzter Kraft in ihren Armen und bewegte alles, was sie erlebte hatte, in ihrem Herzen. Die Flüchtlinge bemerkten, dass sie von Delfinen begleitet wurden. Es war wie ein Freudentanz.

Auch die Flüchtlinge freuten sich nun über die Geburt des kleinen Kindes. Für einen Moment vergaßen sie ihre Angst und schöpften wieder Hoffnung. Es war ihnen so, als spräche ein Engel zu ihnen:

„Fürchtet euch nicht! “

Jeder wollte dem Kind etwas schenken. Einer von ihnen hatte noch ein Mobiltelefon mit einer halbvollen Prepaid-Card.

Jamal nahm das wertvolle Geschenk und schickte voller Freude eine SMS in alle Welt.

In Europa war man mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beschäftigt. Es war eine unruhige Zeit.
Die Menschen gaben viel Geld aus für teure Lebensmittel und Geschenke. Es gab Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte und Weihnachts-Sonderangebote.

Die Straßen waren noch heller beleuchtet als sonst. So hell, dass man die Sterne am Himmel nicht mehr sah, selbst dann nicht, wenn man sich die Zeit genommen hätte, in den Himmel zu schauen.

So kam es, dass niemand außer den Flüchtlingen einen neuen Stern bemerkte. Einen neuen und besonders hellen Stern, der über der Insel Lampedusa leuchtete.

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