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Für behinderte Menschen, die keine Ausbildung finden, ist eine "Betreute Ausbildungswerkstatt" oft die einzige Chance. Belal, ein gehörloser Malerlehrling, hat eine andere Möglichkeit gesucht – und im Berliner Malerbetrieb Ates auch gefunden.
Belal wäre in einer betreuten Ausbildungswerkstatt mit seinen Fähigkeiten weit unterfordert gewesen. Ganz zu schweigen von den schlechten Chancen, in den ersten Arbeitsmarkt einzusteigen. Allerdings einen Ausbildungsplatz zu finden, das war ein aufreibender Bewerbungsmarathon für den jungen Mann.
Der Meister seines heutigen Ausbildungsbetriebes war schnell von Belal überzeugt:
"Da kam ein Mensch rein, der war freundlich, zuvorkommend, das kann man sagen, okay der passt, so wünscht man sich Jugendliche in dem Alter, das lässt ja bei einigen doch zu wünschen übrig. Und dann noch seine Leistung, sein Wille, sein Engagement, das hat alles so zusammengespielt", sagt Malermeister Cemal Ates.
Obwohl weder der Meister noch seine Mitarbeiter je mit Gehörlosen zu tun hatten, war es für sie selbstverständlich, Belal eine Chance zu geben: "Ich sehe immer den Menschen erstmal, das andere war mir zweitrangig. Dann soll er mal zeigen, was er kann. Ich habe gar nicht daran gedacht: oh, der ist jetzt gehörlos oder behindert oder so, das hat sich später erst entwickelt und wir haben im Praktikum auch gesehen, wie man mit ihm umgehen kann."
Und mittlerweile haben sich seine Kollegen auch einige Gebärden angeeignet für die nonverbale Kommunikation. Das ist zwar nicht wirklich Gebärdensprache, aber für den Hausgebrauch sehr hilfreich.
Während die Lehrlinge so wie Belal am liebsten im Betrieb Ates bleiben wollen, wünscht sich ihr Chef, dass sie nach ihrer Ausbildung auch noch einige Zeit außerhalb Erfahrungen sammeln. Sollte dies nicht funktionieren, wäre er aber zur Stelle: Sie einfach in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, käme für ihn nicht in Frage.
Beitrag von Laslo Scholtze






