- Wenn der Tod dem Leben hilft

Mehr als 12.000 Patienten stehen in Deutschland auf Wartelisten für Organtransplantationen – doch nur einem Viertel von ihnen kann geholfen werden. Friederike Sittler im Gespräch mit Prof. Dr. Gero Puhl, Transplantationschirurg am Virchow-Klinikum der Berliner Charité.

"...oft sind es lebensbedrohliche Krankheiten, die eine Organtransplantation erforderlich machen, etwa bei schwerem Herz-, Lungen- oder Leberversagen. In anderen Fällen ist der Verlust einer Organfunktion, wie beispielsweise der Bauchspeicheldrüse oder der Nieren, mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität und weiteren Folgeerkrankungen verbunden… Organtransplantationen werden seit ca. 50 Jahren durchgeführt und sind inzwischen ein bewährtes Verfahren der medizinischen Versorgung…"
(zitiert nach einem Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

 

Schwerpunkte des Gesprächs mit Prof. Dr. Gero Puhl:

- Die Entscheidung, Organspender zu werden
- Die natürliche Scheu vor dem Umgang mit dem Thema und der Realität
- Bedarf und Schnelligkeit bei Transplantationen
- Der Organspendenskandal und die Auswirkungen auf das Vertrauen
- Für einen Verstorbenen entscheiden
- Der Hirntod als Kriterium
- Ein würdevoller Abschied nach der Organentnahme


Prof. Dr. Gero Puhl ist leitender Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité Campus Virchow Klinikum Berlin.

Buchtipps zum Thema: siehe unten

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Literatur zu Organspende und Transplantation

  • Eberhard J. Wormer

  • Monika Kracht (Hrsg.)

  • Johann S. Ach, Michael Anderheiden, Michael Quante

  • Ulrike Baureithel, Anna Bergmann

  • Torsten Junge

  • Gisela Lermann (Hrsg.)

  • Richard Fuchs

  • Stefan Rehder

  • Vera Kalitzkus

  • Renate Greinert

  • Anna Bergmann