- Mein fremdes Herz

27 Jahre ist die Transplantation jetzt her. Damals hatte der Postbeamte Peter Markgraf nach einer scheinbar harmlosen Grippe immer wieder Kammerflimmern bekommen. Die Nachricht, dass der 44-Jährige nur noch mit einem Spenderherz überleben wird, war ein Schock für das Ehepaar.

Seit rund 5 Jahrzehnten gehen Gisela und Peter Markgraf gemeinsam durchs Leben. Mehr als die Hälfte davon lebt er nun schon mit einem Spenderherz.
Eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod war das damals. Vor allem seine Frau hat diese Zeit als sehr belastend in Erinnerung. Immer wieder musste Gisela Markgraf miterleben, wie ihr Mann reanimiert wurde.

Im Herzzentrum Berlin bekam Peter Markgraf ein neues Herz - implantiert von einem der bis heute führenden Herzchirurgen in Deutschland, Prof. Roland Hetzer.

Und Peter Markgraf war der ersten Berliner Herztransplantierte.

Langzeitprognosen gab es damals allerdings nicht, oder wagte niemand.
Aber es standen zu dieser Zeit noch deutlich mehr Spenderorgane zur Verfügung, als heute.

 

Peter Markgraf hat es einem anderen Menschen zu verdanken, dass er heute noch lebt. Mit einem Spenderherz, von dem er nur weiß, dass es fünf Jahre älter ist als er. Verändert hat ihn das Leben mit dem fremden Organ aber nicht, sagt seine Frau: "Nee, der is jenauso ein Beamter wie früher und kämmt die Fransen vom Teppich."

 

Beitrag von Sybille Seitz

weitere Themen der Sendung

Farben kann man nicht hören

Für behinderte Menschen, die keine Ausbildung finden, ist eine "Betreute Ausbildungswerkstatt" oft die einzige Chance. Belal, ein gehörloser Malerlehrling, hat eine andere Möglichkeit gesucht – und im Berliner Malerbetrieb Ates auch gefunden.

Organspende schenkt Leben

Gerade mal 25 Jahre war Markus als die Kupferspeicherkrankheit „Morbus Wilson“ seine Leber zerstörte. Die Diagnose war erschütternd: Nur eine Organtransplantation konnte sein Leben retten. Fünf Jahre ist die Transplantation jetzt her und in Markus’ Leben hat sich einiges verändert.

Wenn der Tod dem Leben hilft

Mehr als 12.000 Patienten stehen in Deutschland auf Wartelisten für Organtransplantationen – doch nur einem Viertel von ihnen kann geholfen werden. Friederike Sittler im Gespräch mit Prof. Dr. Gero Puhl, Transplantationschirurg am Virchow-Klinikum der Berliner Charité.

Praxis für Obdachlose

Die Zahl der Wohnungslosen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ihr Gesundheitszustand hat sich verschlechtert: Hauterkrankungen, Tuberkulose, HIV… - Ohne Krankenversicherung aber können sie nicht einfach zum Arzt gehen, sondern sind auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.