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Gerade mal 25 Jahre war Markus als die Kupferspeicherkrankheit „Morbus Wilson“ seine Leber zerstörte. Die Diagnose war erschütternd: Nur eine Organtransplantation konnte sein Leben retten. Fünf Jahre ist die Transplantation jetzt her und in Markus’ Leben hat sich einiges verändert.
Er hatte die Schwere seiner Krankheit lange Zeit verdrängt, stimmte erst endgütig der Operation zu als er kaum mehr laufen konnte.
Nach der Transplantation musste er lernen, dass manches nicht mehr so möglich war wie zuvor. Reisen in ferne Länder zum Beispiel. Fragen nach dem Hygiene-Standard vor Ort und vor allem nach dem Infektions-Risiko hatten plötzlich dominierende Bedeutung.
Markus Kirchschlager ist ein Kämpfer. Bereits wenige Wochen nach der Transplantation wollte er sich das beweisen: Noch kraftlos aber voll Tatendrang reiste er mit seiner Freundin nach Andalusien.
Zu den Fotos dieser Reise sagt er heute, dass er darauf noch sehr geschwächt aussehe, im Gegensatz zu den Bildern der jüngsten Reise in die Türkei, die dokumentierten, dass er nun wieder in viel besserer Verfassung sei.
Ziele zu setzen – Ziele zu erreichen – das ist enorm wichtig für Markus Kirchschlager. Und: Neues auszuprobieren – wie das Singen zum Beispiel. Kurz nach der Transplantation schließt er sich dem Chor der Domkantorei des Berliner Doms an. Mit ein paar Semestern Verzögerung konnte Markus Kirchschlager jetzt auch sein Studium in Politikwissenschaften abschließen. Fünf Jahre ist die Transplantation her – und es geht ihm gut.
Zu verdanken hat er sein Leben einem Spender, über den er nichts weiß. Manchmal überlegt er schon: Wer war er und vor allem - wie war er? Die Transplantation hat sein Leben nicht komplett verändert aber seine Einstellung – nicht etwa zum Tod, sagt er, aber zum Leben.
Beitrag von Sybille Seitz






