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Mitten im Gewerbepark, mitten in Marzahn trifft sich eine stetig wachsende afrikanische Gemeinde, deren Ursprung in Nigeria liegt und die der Pfingstbewegung zuzurechnen ist. Bekannt wurde sie auch durch eine bemerkenswert gute Integrationsarbeit.
Die Christ Faith Tabernacle (CFT) International Church Berlin ist eine christliche Kirche mit Stammsitz in London. Sie wurde 1989 von Apostel ATB Williams gegründet und richtet sich vor allem an die schwarze Community. Der Gottesdienst findet in einem Marzahner Bürogebäude statt. Der Pastor, Theo Adisa, kommt jeden Sonntag zum Gottesdienst mit dem Flugzeug aus London. Im nächsten Jahr will er mit seiner Familie nach Berlin umziehen.
Zum Gottesdienst kommen vor allem gebürtige Afrikaner aus allen Teilen Berlins. "Wir sind aber für alle Menschen offen und empfangen auch gern Gäste", sagt Gemeindemitglied Kingsley Ogbebr, der 2012 die Kirche nach Berlin holte. Inzwischen hat sie 80 eingetragene Mitglieder.
Vor über einem Jahr kam Abigail Aigbe mit ihren Brüdern von Nigeria nach Berlin. Ihr Vater, Felix Aigbe, lebt schon seit 8 Jahren hier. Der gelernte Baukonstrukteur kam damals aus beruflichen Gründen nach Deutschland. Zurzeit ist er alleinerziehender Vater. Seine Frau lebt noch in Nigeria. Abigail unterstützt ihn so gut es geht, aber die Mutter ersetzen kann die 15-jährige nicht.
Obwohl Abigail erst seit einem Jahr in Berlin ist, spricht sie schon gut Deutsch. Sie ist eine gute Schülerin und will später mal Apothekerin werden. Doch immer wieder kämpft sie mit Vorurteilen ihrer Mitschüler: "Also, sie fragen mich - Warum bist Du nach Deutschland gekommen? Warum bist Du schwarz und so. Also, ich fühle mich nicht so gut und dann manchmal sie lachen, wenn ich so ein falsches Deutsch spreche..."
Doch sie empfindet keine Bitterkeit, sondern sucht Trost im Glauben: "Wenn manche sind so rassistisch, dann ist Gott also sauer. Aber Gott hat ein gutes Herz und er vergibt allen Menschen."
Dr. Andreas Götze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, nannte die Integrationsleistung der afrikanischen Kirchengemeinden in Deutschland beispielhaft. Sie seien "Brückenbauer" in die deutsche Gesellschaft, indem sie umfangreiche und vielfältige Hilfen bei der Integration anböten und damit quasi ehrenamtlich sozialarbeiterisch wirkten.
Beitrag von Silke Meyer





