Hörfilm, Quelle: rbb

- Filme für die Ohren

Immer mehr Filme werden mit akustischen Bildbeschreibungen, so genannten Audiodeskriptionen, versehen. Viele Blinde und Sehbehinderte gehen gern ins Kino. Anders als allein vorm Fernseher fühlen sie sich hier als Teil der Gesellschaft. Wie funktioniert so ein Text zum Film und was bedeutet die Audiodeskription für blinde Kinofans?

Ein Hörfilm ist ein Kino- oder Fernsehfilm mit zusätzlichen Bildbeschreibungen. In den Dialogpausen vermitteln knappe Erläuterungen die visuellen Elemente einer Szene. In Deutschland strahlen die öffentlich-rechtlichen Programme regelmäßig und zunehmend Hörfilme aus. Audiodeskription wird in Kooperation von sehenden und nicht sehenden Menschen erarbeitet. Knapp, prägnant und ausdrucksstark sollen die Bildbeschreibungen sein, die bestimmten Regeln folgen.

Die ergänzenden Texte werden im Tonstudio von professionellen Sprechern eingesprochen und mit dem Originalton abgemischt. Die Bildbeschreibungen der Hörfilme werden von speziell ausgebildeten Filmbeschreibern getextet.

Die Mitwirkung eines blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen ist dabei von größter Bedeutung, da erst ein Betroffener über seine Art der Wahrnehmung komplexer akustischer Gefüge Auskunft geben kann.
(zitiert nach einem Material des Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V.)

Roland Zimmermann ist seit seiner Jugend blind. Er ist Politikwissenschaftler, berät Verbände und arbeitet als Co-Autor von Audiodeskriptionen für Blinde. Die kleine Firma Audioskript hat sich auf solche Beschreibungen spezialisiert: Für Ausstellungen, Theater und eben Filme.

Zimmermann arbeitet im Team mit einem sehenden Autor. Der Kollege schlägt Formulierungen vor, die beide dann besprechen. Durch seine eigene Blindheit und langjährige Erfahrung weiß er genau worauf es ankommt. Der Text von Roland Zimmermann und seinem Kollegen macht den Film auch für Blinde sichtbar: "Ich hab das jetzt zum ersten Mal gemacht, so mit Audiodeskription… und dieser Film hat mich fasziniert, ich hab mich wirklich in jede Szene mit reinversetzt", sagt ein blinder Kinobesucher.

Beitrag von Ole Wessels

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