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Es sind wenige, aber sie sind nach wie vor aktiv - die Neonazis in Hoyerswerda. Im Unterschied zu 1991 gibt es heute jedoch eine starke Gegenbewegung: Vom einfachen Bürger über Parteien und Vereine bis zu Bürgermeister und Kirchen. Wird es der Zivilgesellschaft gelingen, die Stadt zu einem Zuhause für Flüchtlinge und Asylsuchende werden zu lassen?
Friederike Sittler im Gespräch mit Pfarrer Jörg Michel
Hoyerswerda bekommt ja nun wieder viel mediale Aufmerksamkeit – ist das eine Chance für die Stadt?
Zwanzig Jahre lang gab es hier kein Flüchtlingsheim, also auch keinen Grund sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Oder?
Welche Bedeutung hatten die sozialen Verwerfungen, das Verlierergefühl, der Sozialneid für die damaligen Ausschreitungen?
Der Bürgermeister sprach davon, dass Hoyerswerda heute aus drei Teilen bestünde: ein Drittel sei für das Heim, einem Drittel sei es egal und ein Drittel sei dagegen. - Haben Sie Zuspruch von denen, die sich in der Flüchtlingsfrage bisher eher gleichgültig verhalten haben?
Wie optimistisch sind Sie denn, dass Ihr Engagement Früchte trägt, dass Sie diejenigen, die damals strikt gegen das Flüchtlingsheim waren, überzeugen konnten?
(Jörg Michel ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Hoyerswerda-Neustadt. Der 49jährige lebt seit 1993 in Hoyerswerda.)







