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Die Universität Potsdam bietet seit letztem Jahr das Studienfach Jüdische Theologie an. Damit wird das Wissen über das Judentum nun in Deutschland genauso gelehrt wie die christliche oder islamische Theologie.
47 Studierende haben das Studium der Jüdischen Theologie an der School of Jewish Theology der Universität Potsdam aufgenommen. Acht Professoren lehren die Geschichte des Judentums, Religionsphilosophie, Hebräische Bibel, Exegese, Liturgie und Religionspraxis. Außerdem stehen Sprachen wie Hebräisch und Aramäisch auf dem Stundenplan. Die Studierenden - rund die Hälfte sind Frauen - kommen aus Osteuropa, Skandinavien, den USA, Südamerika, Israel und Deutschland.
Isak studiert in Potsdam, wohnt aber in Berlin. Vor acht Jahren trat er zum Judentum über. Er will nach dem Studium Rabbiner werden, irgendwo in Europa.
Der 35jährige aus Norwegen hat sich für das Studium in Deutschland bewusst entschieden. Denn er sieht, wie vielfältig das jüdische Leben hier wieder ist, wie die Gemeinden wachsen. Daran will er teilhaben. Angst vor Antisemitismus hat er nicht.
Wie in Berlin an das jüdische Leben von einst erinnert wird, das gefällt Isak. Besonders die Stolpersteine haben es ihm angetan.
Aber für ihn ist die Geschichte der Juden hier nicht nur der Holocaust, sondern vor allem auch die Zeit davor. Denn Juden haben in Deutschland seit über 1000 Jahren gelebt, so sagt er. In Berlin fühlt Isak sich als ein Teil dieser langen und lebendigen Geschichte.
Beitrag von Susanne Heim





