Hindu Tänzerin, Quelle: rbb

- Himmlische Tänze

Es kommt auf die Gesten an, auf die Mimik und den Rhythmus. Die Inderin Rajyashree Ramesh lebt seit 1977 in Berlin. Ihre Bewegungen sind nicht nur Tanz, sie erzählt Geschichten – hinduistische Göttergeschichten.

Bharatanatyam heißt der klassische indische Tanz, der eng mit dem Hinduismus verbunden ist und aus der südindischen Tempelkultur stammt.
Bereits mit sieben Jahren hat Rajyashree in Indien ihre Ausbildung zur Solotänzerin begonnen. Heute unterrichtet sie selbst. Sie ist die älteste Bharatanatyam-Lehrerin in Berlin.
Der Tanz bedeutet für die Choreographin in erster Linie intensives körperliches Training und außerdem die Bereitschaft, wahre Emotionen auf der Bühne auszuleben. Das macht die Götter lebendig - für das Publikum und für die Tänzer selbst.

Die deutsche Mentalität und der indische Tanz – für Rajyashree prallen hier manchmal Welten aufeinander: „In Indien würden die Lehrmeister schimpfen und sagen: „Kannst Du nicht deinen Kopf benutzen, warum überlegst Du nicht, was Du tust?“ Weil sie dann einfach ihre Bewegungen machen, während hier ist es andersherum – da sagt man: „Könnt ihr bitte mal aufhören zu denken und vielleicht mal die Bewegungen machen.“

Im Augenblick schreibt Rajyashree an ihrer Doktorarbeit. Anhand des indischen Tanzes untersucht sie den Zusammenhang von Bedeutung und Körpererfahrung.
Dabei versucht die 57jährige die Tanzpraxis und die althergebrachten Texte in der alten indischen Sprache Sanskrit mit den modernen Wissenschaften zu verknüpfen.

Rajyashree Ramesh versteht sich als Vermittlerin der indischen Kultur – und des indischen Tanzes. Regelmäßig gibt sie Fortbildungen oder unterrichtet an Schulen. Derzeit bereitet sie gemeinsam mit der Kulturmanagerin Friederike Schinagl eine Ausstellung im asiatischen Museum in Dahlem für den kommenden Mai vor.

Der Tanz Bharatanatyam beginnt für die 57jährige nicht erst auf der Bühne, sondern schon mit der Vorbereitung. Eineinhalb Stunden braucht sie, um sich dafür zurechtzumachen: „…Wichtig ist, dass alles wirklich perfekt sitzt. So habe ich es auch gelernt – schon als Kind. Das geben die Lehrmeister weiter und es ist diese Perfektion. Was im Tanz vorhanden ist muss auch beim Schminken und Schmücken und Kostüm vorhanden sein.“
Erst wenn alle Ebenen des Bharatanatyam miteinander verschmelzen, offenbart der Tanz, warum er in Indien als göttlich gilt.

Beitrag von Daniela Haarhoff

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