Der Friedhofsgärtner Lutz Rademacher auf dem Heidefriedhof in Berlin-Mariendorf [Quelle: rbb]

- Friedhofsgärtner in zweiter Generation

Lutz Rademachers Reich umfasst über 20 Hektar. Sein Reich ist ein Friedhof, der Heidefriedhof in Berlin-Mariendorf. Seit 1964 pflegen die Rademachers hier Gräber, 1.300 Ruhestätten zur Zeit. Ein Kraftakt für Rademacher und seine Mitarbeiter. Und er weiß: Auch Grabpflege ist heute nicht mehr das, was sie mal war.  

Der Kunde ist König in Rademachers Reich. Da gibt es Angehörige, die einen Teich auf der Grabstelle anlegen möchten. Andere wollen hingegen am liebsten nichts mit alldem zu tun haben: Auf dem Heidefriedhof ist Platz für 5000 Urnen in namenlosen Grabstellen.

Der Friedhof ist für die Angehörigen da - nicht für die Toten. Trauern braucht auch heute noch einen Ort. Doch ein ganzes Grab ist vielen zu teuer. Vor neun Jahren kam Lutz Rademacher die zündende Idee: Ruhegemeinschaften. Bis zu 24 Verstorbene in einem gemeinsamen Grab, das ist billiger und praktisch. Inklusive Stein für knapp 50 Euro pro Jahr. Die Pflege übernimmt der Friedhofsgärtner.  

Vorbei die Zeiten, in denen ein üppig gestaltetes und stets ordentliches Grab eine Art Statussymbol war? Möchte man meinen. Doch Neider gibt es überall - auch auf dem Friedhof. Nirgendwo wird so viel getratscht wie auf dem Friedhof. Zankapfel Grabstelle - auch das des Friedhofgärtners tägliches Geschäft.

Rademacher ist ganz Profi, doch wer tagtäglich in Graberde wühlt, der kommt auch selbst ab und an ins Grübeln. Er selbst möchte eine Körperbestattung. Die Kollegen sollen schließlich auch noch was an ihm verdienen, sagt er mit einem Schmunzeln.

Beitrag von Christine Wimberger und Torben Zimmermann
 

weitere Themen der Sendung

Im Krematorium Berlin-Baumschulenweg

Roboter greifen den Sarg und fahren ihn zum Ofen: Das Krematorium am Baumschulenweg in Treptow arbeitet mit modernster Computertechnik. Wie lange dauert eine Einäscherung? Ist es garantiert, dass die Asche meines Angehörigen nicht verwechselt oder vermischt werden kann? Ronald Jacob ist technischer Leiter des Krematoriums Berlin und erklärt den Weg vom Sarg zur Urne.  

Zuschauerin Anke von Kowalski bringt ihren afghanischen Nachbarn einen Kuchen [Quelle: rbb]

Kuchen für die afghanischen Nachbarn

Anke von Kowalski wohnt in Büddenstedt bei Helmstedt. Obwohl sie nicht in Berlin oder Brandenburg lebt, guckt sie auch das rbb-Programm. Neulich hat sie der Redaktion eine Email geschrieben: Darüber, wie sie eine afghanische Familie kennengelernt hat. Und dass alles mit einem Kuchen anfing. 

Ein Straßenkreuz für Jacob

Ein Straßenkreuz für Jacob

Ein Kreuz, ein Foto, Kerzen an der Straße. Was steckt dahinter? Wer war der Mensch? Und wer hat die frischen Blumen dorthin gestellt? 

Gedenken an das Hachschara-Lager in Berlin-Pankow mit Fotos aus den 1930er Jahren des Fotografen Herbert Sonnenfeld [Quelle: rbb]

Hachschara – Ausbildungsstätten für junge Juden

Berlin-Niederschönhausen. Vorbereitungen für die feierliche Benennung eines bisher namenlosen Platzes an der Buchholzer Straße. Hier direkt gegenüber standen in den 30er Jahren Lehrwerkstätten für junge Juden, ein sogenanntes Hachschara-Lager. Der Fotograf Herbert Sonnenfeld hat die Geschichte des Lagers in zahlreichen Bildern dokumentiert. (Archiv Jüdisches Museum Berlin) Der jüdische Flaschenfabrikant Paul Latte hatte sein Grundstück dafür zur Verfügung gestellt und rettete damit Hunderten das Leben. Nun wird der Platz nach Ehepaar Latte benannt. Und das ist Gudrun Schottmann und Christof Kurz zu verdanken.

 

Arabischkurs für Flüchtlingshelfer an der VHS Berlin-Köpenick {Quelle: rbb]

Arabischkurs für Flüchtlingshelfer

Jeden Donnerstag kommt der Ägypter Abdel Hamid Abdalla ins Köpenicker Rathaus, um mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern Arabisch zu büffeln. Der Kurs der Volkshochschule ist für die Helfer gratis und soll ihnen den Zugang zu den Menschen aus dem arabischen Raum erleichtern.