- Im Krematorium Berlin-Baumschulenweg

Roboter greifen den Sarg und fahren ihn zum Ofen: Das Krematorium am Baumschulenweg in Treptow arbeitet mit modernster Computertechnik. Wie lange dauert eine Einäscherung? Ist es garantiert, dass die Asche meines Angehörigen nicht verwechselt oder vermischt werden kann? Ronald Jacob ist technischer Leiter des Krematoriums Berlin und erklärt den Weg vom Sarg zur Urne.  

Viele Besucher kommen ins Krematorium in Berlin-Treptow, nicht nur Trauergäste, sondern auch Architektur-Interessierte. Das 1999 eröffnete Gebäude gehört zu den international renommierten Arbeiten der Architekten Charlotte Frank und Axel Schultes.

29 Betonsäulen ragen in der Eingangshalle bis zu den Lichtschächten an der Decke. In die Wände sind 13 Nischen eingelassen, die teilweise mit Sand aufgeschüttet sind. Der Raum erinnert an einen ägyptischen Tempel. Das Krematorium gilt als eines der wichtigsten Sichtbetonbauwerke des 20. Jahrhunderts. Der Bau beeindruckt nicht nur durch seine konsequente Architektur, sondern auch durch seine moderne Technik. Bei Eröffnung hatte das Krematorium die modernste Einäscherungsanlage in Europa.


Im Untergeschoss fahren die Wagen der Bestatter mit den Särgen vor. 10 bis 50 Verstorbene werden pro Tag ins Krematorium Baumschulenweg gebracht. Zunächst werden sie registriert, bekommen einen Computercode und eine Identnummer, die auf eine Tonscheibe gebrannt ist – damit keine Verwechslung passieren kann.

Über 600 Plätze hat das Kühllager. Von dort werden die Särge per Roboter zur Einäscherung gefahren, nachdem alles noch einmal amtsärztlich kontrolliert wurde. Die drei Öfen haben eine Temperatur von über 800 Grad. Die Asche wird aufgefangen, Metallteile wie Hüftgelenke aussortiert. Dann wird die Asche noch einmal in einer Mühle zerkleinert, bevor sie in Urnen fest verschlossen wird.
Der technische Leiter des Krematoriums, Ronald Jacob, erklärt den Weg vom Sarg zur Urne.
 

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