rbb Fernsehen

rbbonline | Archiv

Himmel und Erde
Himmel und Erde

Sa 07.01.12 18:02

Woelki wird Kardinal

Berlins Erzbischof vom Papst zum Kardinal ernannt.

Erst ein gutes halbes Jahr im Amt, und schon wird Rainer Maria Woelki Kardinal.
Die Entscheidung des Papstes war eine Überraschung. Hatte doch Woelkis Amtsvorgänger Sterzinsky gut zwei Jahre auf die Ernennung warten müssen. Auch Woelki zeigt sich überrascht.
Die sogenannte Kreierung in Rom soll am 18. Februar erfolgen.
Der 55-jährige ist dann weltweit der jüngste Kardinal.

Im katholischen Nachrichtendienst KNA heißt es
„…Am 18. Februar wird der gebürtige Kölner zusammen mit 21 weiteren Bischöfen aus aller Welt in Rom in das höchste Gremium der katholischen Kirche aufgenommen. Mit 55 Jahren ist er dann das jüngste Mitglied im Kardinalskollegium, das unter anderem den Papst wählt.
Damit setzt sich der steile Aufstieg des früheren Kölner Weihbischofs in der Kirchenhierarchie fort.

Erst im vergangenen August wechselte er vom Rhein an die Spree und wurde Hauptstadtbischof. Von vielen Seiten hat er seitdem gute Noten erhalten. Vorwürfe einer rückwärtsgewandten Amtsauffassung, die etwa wegen seiner Promotion an der "Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz" der Opus-Dei-Gemeinschaft erhoben wurden, sind weitgehend verstummt.

Von Beginn an zeigte sich der hochgewachsene Woelki mit seinem markanten schwarzen Brillengestell offen und ohne Berührungsängste. Er wolle "nicht mit dem moralischen Zeigefinger herumfuchteln", sondern seine neue Aufgabe "mit rheinischer Fröhlichkeit und Leichtigkeit angehen", hatte er bei seiner ersten Pressekonferenz in der Hauptstadt angekündigt.

Bei seinem Start kam Woelki auch der Papstbesuch zu Hilfe. Vor den Augen der Welt begrüßte er im September Benedikt XVI. im Olympiastadion. Vor dem Kirchenoberhaupt betonte er unter Hinweis auf die vielen Religionen in Berlin, dass die Metropole keine gottlose Stadt sei.

Schon mit der Wahl seines Wohnsitzes setzte der Nachfolger von Kardinal Georg Sterzinsky ein Zeichen. Er zog in den Stadtteil Wedding, einen sozialen Brennpunkt mit hohen Migrantenanteil. Gleich in den ersten Wochen seiner Amtszeit traf er zudem mit Flüchtlingen vom Balkan zusammen. Der Erzbischof kritisierte, "wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht".
Als neuer Caritas-Bischof, zu dem ihn die Deutsche Bischofskonferenz im Herbst wählte, kann er sich nun im Namen seiner Amtsbrüder verstärkt für benachteiligte Menschen einsetzen. Als Hauptstadtbischof will Woelki sich dort zu Wort melden, "wo es um Recht und Würde des Menschen geht"…’

Und „evangelisch.de“ schreibt:
…“Die Ernennung sei für ihn Ehre und Ermutigung zugleich, erklärte Woelki in Berlin… Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) beglückwünschte Woelki, dass er "ungewöhnlich kurzzeitig" auf seine Amtseinführung als Erzbischof von Berlin nun in den Kardinalsrang erhoben wurde. Der Papst würdige damit nicht zuletzt den Stellenwert Berlins als deutsche Hauptstadt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete es ebenfalls als ein "außerordentliches Zeichen der Wertschätzung des Heiligen Vaters", dass er Woelki bereits nach so kurzer Zeit in den Kardinalsstand erhoben habe. "Gleichzeitig zeugt diese Auszeichnung von dem großen Vertrauen, das Du bei Papst Benedikt XVI. genießt", heißt es in dem Gratulationsschreiben…“

Dieser Text gibt den Sachstand vom 07.01.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

TV-Tipp

Di 29.05.12 22:15

Logo: Thadeusz, Quelle: rbb

Infos im WWW

Der Bischof im Lexikon

Biografie des künftigen Kardinals

de.wikipedia.org

Woelki in HIMMEL und ERDE

Friederike Sittler im Gespräch mit Erzbischof Rainer Maria Woelki am 03.09.2011

www.rbb-online.de/himmel

DOMRADIO zur Woelki-Ernennung

Mehr Informationen

www.domradio.de/aktuell

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/himmelunderde/archiv/himmel_und_erde_vom/woelki_wird_kardinal.html

Fenster schließen!