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Katherine Biesecke leitet das Kompetenzzentrum für Taubblinde in Potsdam. Sie hat gelernt, mit mehrfachbehinderten Menschen zu sprechen, ihnen einen geschützten Raum zu geben, in dem sie Erfahrungen machen können, die jenseits vom Sehen und Hören liegen.
Katherine Biesecke, Leiterin des Taubblinden-Kompetenzentrums Potsdam
Hallo, mein Name ist Katherine Biesecke.
Ich bin 1984 hierher gekommen. Ich hab dann einen Hospitationstag mitgemacht.
Und so am Ende des Tages habe ich erlebt, wie eine Lehrerin einem jungen Mann Augentropfen gegeben hat und gesagt hat: „So, mein Schöner“. Und da hab ich gedacht, wenn du dieses Gefühl mal erleben kannst, dann bist du hier richtig.
Jeder hat ja sicherlich auch seine besondere Art, auf Menschen zuzugehen. Es gibt Bewohner, da bin ich immer wieder erstaunt: taubblind und ich gehe ich hin und berühre sie… Oder Sie haben gesehen, Frau Stärke, da brauche ich nur so zu machen, bin ihr mit den Fingern über den Arm gelaufen und da hat sie gleich gesagt:“Ach Du bist’s.“
Wir versuchen ihm und ihr auch Möglichkeiten zu geben, auch froh zu sein im Leben, Dinge gern zu tun, also Dinge zu finden, die ihnen Spaß machen, die ihnen wohltun, die ihn gut tun. Also ein menschenwürdiges Leben wirklich zu leben.
Ich habe sehr viel von Bewohnern und Bewohnerinnen gelernt. Zum Beispiel den Blick fürs Wesentliche, also was ist wirklich wichtig im Leben, was ist auch wichtig im Alltag.
Dazu gehören zum Beispiel nicht unbedingt Markenklamotten.
Unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, die taubblind sind, denen ist es ziemlich egal, was sie anhaben, wie sie aussehen, wie sie nach außen wirken. Ihnen ist es sogar ziemlich egal, was andere Leute von ihnen denken.
Wenn Sie jetzt kommen würden, würden Sie wahrscheinlich einfach nur die Hand hinhalten. Und das hätte so. hmmm, keine Bedeutung.
Aber ich mach was mit den Händen. Also, ich begrüße, ich fasse an, ich greife.
Ein Fremder würde das einfach nicht machen.
Sie haben auch gesehen, der Ronny, der hat geguckt, trägt die einen Ring, was macht die da? Hat auch noch mal nachgeguckt, streichelt die mich, hat meine Hand zu sich in den Nacken gelegt und mir damit gesagt, ich möchte dass du mich hier anfasst. Oder er hat mich auch fester gegriffen, fass mich an, greif mich an.
(In die Hand geschrieben)
Wir gehen nun in die Tagesfördergruppe und lernen Jessica und Jadzia kennen.
Wir erleben Eltern häufig sehr traumatisiert. Mit sehr viel Schwere, mit sehr viel Schicksalsschlägen, die sie allein tragen, häufig. Und sehr viel Hilflosigkeit. Und es trotzdem gut machen wollen, es richtig machen wollen.
Wir geben den Kindern ein Zuhause, aber es ist ein zweites Zuhause. Wir ersetzen nicht die Familie und wir ersetzen auch nicht die Häuslichkeit, die das Kind in der Familie erfährt.
Es belastet mich nicht insofern, dass ich jetzt nicht mehr arbeitsfähig wäre, oder nicht trotzdem die Sonne sehen könnte.
Also ich trage das, ich gebe dem auch Raum, ich gebe Eltern auch den Raum und gebe mir auch den Raum anzuerkennen, dass Dinge schwer sind, dass Schicksale sehr, sehr schwer sind. Hier wird auch viel geweint, hier wird auch getrauert… Ich gebe dem Raum und ich kann das dann aber auch wieder ziehen lassen.
Beitrag von Sybille Seitz
Hallo, mein Name ist Katherine Biesecke.
Ich bin 1984 hierher gekommen. Ich hab dann einen Hospitationstag mitgemacht.
Und so am Ende des Tages habe ich erlebt, wie eine Lehrerin einem jungen Mann Augentropfen gegeben hat und gesagt hat: „So, mein Schöner“. Und da hab ich gedacht, wenn du dieses Gefühl mal erleben kannst, dann bist du hier richtig.
Jeder hat ja sicherlich auch seine besondere Art, auf Menschen zuzugehen. Es gibt Bewohner, da bin ich immer wieder erstaunt: taubblind und ich gehe ich hin und berühre sie… Oder Sie haben gesehen, Frau Stärke, da brauche ich nur so zu machen, bin ihr mit den Fingern über den Arm gelaufen und da hat sie gleich gesagt:“Ach Du bist’s.“
Wir versuchen ihm und ihr auch Möglichkeiten zu geben, auch froh zu sein im Leben, Dinge gern zu tun, also Dinge zu finden, die ihnen Spaß machen, die ihnen wohltun, die ihn gut tun. Also ein menschenwürdiges Leben wirklich zu leben.
Ich habe sehr viel von Bewohnern und Bewohnerinnen gelernt. Zum Beispiel den Blick fürs Wesentliche, also was ist wirklich wichtig im Leben, was ist auch wichtig im Alltag.
Dazu gehören zum Beispiel nicht unbedingt Markenklamotten.
Unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, die taubblind sind, denen ist es ziemlich egal, was sie anhaben, wie sie aussehen, wie sie nach außen wirken. Ihnen ist es sogar ziemlich egal, was andere Leute von ihnen denken.
Wenn Sie jetzt kommen würden, würden Sie wahrscheinlich einfach nur die Hand hinhalten. Und das hätte so. hmmm, keine Bedeutung.
Aber ich mach was mit den Händen. Also, ich begrüße, ich fasse an, ich greife.
Ein Fremder würde das einfach nicht machen.
Sie haben auch gesehen, der Ronny, der hat geguckt, trägt die einen Ring, was macht die da? Hat auch noch mal nachgeguckt, streichelt die mich, hat meine Hand zu sich in den Nacken gelegt und mir damit gesagt, ich möchte dass du mich hier anfasst. Oder er hat mich auch fester gegriffen, fass mich an, greif mich an.
(In die Hand geschrieben)
Wir gehen nun in die Tagesfördergruppe und lernen Jessica und Jadzia kennen.
Wir erleben Eltern häufig sehr traumatisiert. Mit sehr viel Schwere, mit sehr viel Schicksalsschlägen, die sie allein tragen, häufig. Und sehr viel Hilflosigkeit. Und es trotzdem gut machen wollen, es richtig machen wollen.
Wir geben den Kindern ein Zuhause, aber es ist ein zweites Zuhause. Wir ersetzen nicht die Familie und wir ersetzen auch nicht die Häuslichkeit, die das Kind in der Familie erfährt.
Es belastet mich nicht insofern, dass ich jetzt nicht mehr arbeitsfähig wäre, oder nicht trotzdem die Sonne sehen könnte.
Also ich trage das, ich gebe dem auch Raum, ich gebe Eltern auch den Raum und gebe mir auch den Raum anzuerkennen, dass Dinge schwer sind, dass Schicksale sehr, sehr schwer sind. Hier wird auch viel geweint, hier wird auch getrauert… Ich gebe dem Raum und ich kann das dann aber auch wieder ziehen lassen.
Beitrag von Sybille Seitz


