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Friederike Sittler im Gespräch mit Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe und Direktor der "Futur2 – Stiftung Zukunftsfähigkeit".
"Eine andere, zukunftsfähige Kultur des Lebens und Wirtschaftens entsteht nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse oder moralische Appelle. Sie wird in unterschiedlichen Laboren der Zivilgesellschaft vorgelebt und ausprobiert.
Verantwortungsbewusste Unternehmer, kreative Schulleitungen, Bürgerinitiativen, studentische Start-ups oder einzelne Bürgerinnen und Bürger zeigen, dass man das Unerwartbare tun kann. Sie nutzen ihre Handlungsspielräume, um zukunftsfähige Lebensstile und Wirtschaftsweisen zu entwickeln. Sie fangen schon mal an.
FUTURZWEI macht es sich zur Aufgabe, dieses Anfangen gesellschaftlich sichtbar und politisch wirksam zu machen. Auch das 21. Jahrhundert braucht Visionen von besseren, gerechteren und glücklicheren Lebensstilen.
In unserem Zukunftsarchiv erzählen wir, wie solche Visionen ganz handfest in Wirklichkeit verwandelt werden. Und dass Veränderung nicht nur möglich wird, sondern dass sie auch Spaß macht und Gewinn an Lebensqualität bedeutet…"
(von der Homepage der "Futur2 – Stiftung Zukunftsfähigkeit")
Schwerpunkte des Gesprächs:
- Teilen statt Besitzen
- Besitz als Statussymbol
- Konsumzwang und Bedürfniserzeugungsindustrie
- Perversität der weiter wachsenden Umschlaggeschwindigkeit
- Öko-Frömmigkeit
- Nachhaltigkeit contra Wegwerf-Ideologie
Wenn Sie sich an der Diskussion zum Thema
„Teilen und Tauschen – Illusion oder neue soziale Bewegung“
beteiligen wollen, schreiben sie eine mail an
himmelunderde@rbb-online.de
oder schreiben Sie uns bei Twitter unter #himmelunderde
Das Gespräch wurde auf dem Gelände der Jugendschule am Schlänitzsee aufgezeichnet.
Das Grundstück war ursprünglich ein Erholungsheim. Hotelbetreiber und Gestüte bewarben sich nach der Wende um das 3,6 ha große Gelände. Doch der Erwerber übergab es zur Nutzung der Jugendschule.
Diese Wandlung von einseitiger Nutzung, die dem Interesse eines Besitzers dient, hin zu einem Bildungsprojekt, das nachhaltig wirkt, entspricht genau der Forderung von Harald Welzer. Hier wird mit direktem Praxisbezug gelernt, so zum Beispiel Biologie im Garten oder Physik beim Pumpenbau.
Der Verein hat das Grundstück zusammen mit den Schülern der Montessorischule Potsdam entwickelt.
„Die Jugendschule trägt sich ökonomisch weitgehend aus eigener Kraft (Gästebewirtung, Verkauf von Produkten, Elternanteil, Anteile aus kapitalisierten Mitteln der Schule, erwirtschaftete Mittel aus Fortbildungen, Fördermittel und Stipendien). Die Jugendlichen können immer längere Zeiten vor Ort oder an erweiterten Praxisorten verbringen.“
(von der Homepage der Jugendschule)
Ein weiteres Beispiel für Nachhaltigkeit und Teilen im Alltag ist die solidarische Landwirtschaft, wo der Verbraucher mental und auch tatsächlich am Hof beteiligt ist, mitarbeiten kann und regelmäßig zum Beispiel einen Gemüsekorb erhält.
Mehr dazu unter den angegebenen Internetadressen.

