Leila Laden Schriftzug (Quelle: rbb)

- Teilen statt Besitzen

Das, was man hat, besser zu nutzen, ist die Basis einer neuen Bewegung, die sich vor allem durch das Internet rasant ausbreitet: die Idee des Teilens und Tauschens, die „Sharing Economy“. Sie hat das Potential, unser Konsumverhalten zu revolutionieren.

"Lei-la": das ist der erste Leih-Laden Berlins. In Prenzlauer Berg kann man Werkzeug, Fahrräder, Geschirr, Spiele, Gartengeräte und noch vieles mehr kostenlos leihen. Einzige Voraussetzung: man bringt sich mit Dingen, die man selbst nicht ständig braucht, in den Leih-Fundus ein.

Manuskript des Beitrags
Anfang Mai, als das Wetter noch gut war, fand das Leben ganz allmählich wieder draußen statt.
Für Gartenbesitzer bedeutet das: Alles wächst - auch das Gras, und so gibt es wieder jede Menge Arbeit.
So mischt sich ins fröhliche Vogelgezwitscher nach und nach ein durchgängiger Motorenklang.
Und der wird immer lauter. Schließlich hat hier JEDER einen Rasenmäher.

"Lei-la", Berlins erster Leihladen in Prenzlauer Berg, will einen anderen Weg gehen – nach dem Motto „Meins ist Deins“.

Hier kann man sich vom Schraubenzieher bis zum Waffeleisen fast alles kostenlos leihen. Einzige Bedingung: Man muss selber einen Artikel zur Verfügung gestellt haben.

Was möchtest du leihen? – Heute brauche ich was zum Campen.

Beinahe 300 Mitglieder, die regelmäßig ausleihen, hat Lei-la seit der Eröffnung vor einem Jahr. Und es werden ständig mehr.

Bei den Zelten müssen wir mal gucken, was wir noch haben. Leider sind die jetzt alle verliehen.

Nutzen statt besitzen lautet die Formel. Der Kunde mag's.

Kunde
Ich finde es eine tolle Idee. Wir haben sehr viel hier in Deutschland, aber es wird zu wenig geteilt und jeder könnte im Endeffekt die tollsten Sachen benutzen, wenn man sich das gegenseitig leihen würde.

Nikolai Wolfert ist einer der Gründer und arbeitet wie alle hier ehrenamtlich im Laden.
Mittlerweile gibt es im "Lei-la“ so ziemlich alles, was der Großstadtmensch gelegentlich braucht - übrigens auch Rasenmäher. All das kann er leihweise mit nach Hause nehmen.
Leihen spart Geld und ist gut für die Umwelt.

Nikolai Wolfert
Ich glaube schon, dass es ein Umdenken in der Wirtschaft und in der Gesellschaft geben muss. Also die Frage nach den Ressourcen, es wird immer weniger Öl geben und Kupfer und alle Metalle. Da müssen wir halt umdenken und neue Wege finden, wie man die Ressourcen effizienter nutzen kann und da ist die Shareconomy ein guter Weg dazu.

Diesen Weg geht auch der Erfinder Philipp Glöckler.

Philipp Glöckler
Ich bin gerade in Berlin angekommen und schau mich jetzt um, bei welchem Freund ich mir ein Fahrrad heute ausleihen kann.

Er hat eine App für Smartphones entwickelt, mit der man im Freundes- und Bekanntenkreis gezielt nach Dingen fragen kann.
Ein paar Klicks genügen und schon bringt sein Freund Thomas ihm ein Fahrrad, das er für ein paar Stunden nutzen kann.

Philipp Glöckler
Ich kaufe dieses Jahr nichts, außer Lebensmittel, und leihe mir alles über meine Plattform. Um die Plattform zu verbessern und zu sehen, ob das wirklich funktioniert. Und merke, wie ich da hier und da ein bisschen an meine Grenzen komme, aber für mich funktioniert das ganz gut.
Also ich versuche, das soweit wie möglich zu leben.


Ich gebe es dir in ein paar Stunden zurück. Tschau.

Noch klappt nicht immer alles so gut wie heute, aber bereits zehntausend registrierte Nutzer der App glauben wie Philipp Glöckler an die Idee.


Beitrag von Susanne Heim