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rbbonline | Archiv

Gewalt gehört inzwischen zum Alltag vieler Jugendlicher – als Opfer wie als Täter erleben sie Pöbeleien und tätliche Auseinandersetzungen. - Die Angst der Augenzeugen und die Einsamkeit der Opfer… Wie verhält man sich in Bedrohungssituationen?
Tatort U-Bahn. Beinahe tägliche Berichte von brutalen Attacken auf Fahrgäste in Bahnhöfen oder Zügen haben ein Gefühl der Bedrohung erzeugt: Angst, wahllos Opfer einer schweren Körperverletzung zu werden. Verstärkt durch schockierende Bilder von Überwachungskameras: Versuchter Totschlag eines Wehrlosen im U-Bahnhof Friedrichstraße Ende April 2011.
Im September flieht auf dem Kaiserdamm der Deutsch-Italiener Guiseppe in den Tod. Er hatte versucht, drei Schlägern zu entkommen, die ihn in der U-Bahn bedroht hatten.
Unsicherheit auch in der S-Bahn. Die meisten Fälle ereignen sich am Wochenende, in den Nächten und in den frühen Morgenstunden.
Gerade an wenig frequentierten Bahnhöfen fühlen sich die Fahrgäste nicht sicher. Sie wissen: Brutale Gewalt kann jeden treffen, denn die Täter suchen sich ihre Opfer oft ganz wahllos aus. Unter Alkoholeinfluss suchen sie Streit, pöbeln und schlagen dann zu.
Nur wenige S-Bahnhöfe sind mit Überwachungskameras ausgestattet. Nach einer Serie von brutalen Überfällen will die Bahn den Einsatz von Sicherheitskräften verstärken. Doch das gilt nur für so genannte Brennpunktbahnhöfe.
Tatsache ist: Jede zweite Frau hat heute schon Angst vor U-Bahnfahrten. Die BVG setzt auf technische Überwachung und mehr Personal in der Sicherheitszentrale. Doch wer hilft einem Opfer im Augenblick des Überfalls?
Die Fahrgäste sollen mehr Zivilcourage zeigen und im Kampf gegen Gewalt wenigstens ihren Zeigefinger einsetzen und den Notruf drücken.
Diese Frau tut, was BVG und Polizei vorschlagen. Am Tatort erscheint ein Putzmann. Während der völlig untätig bleibt, schreitet ein Tourist aus Bayern ein, lenkt den Täter vom Opfer ab und rettet ihm dadurch das Leben.
Der Täter wird später gefasst und bestraft. Doch die meisten entkommen. Weg sind aber oft auch die, die einen Übergriff beobachten und Angst haben, sich einzumischen.
Beitrag von Margarethe Steinhausen
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/himmelunderde/archiv/himmel_und_erde_vom31/gegen_gewalt.html