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rbbonline | Archiv

Lesen schon mit drei, mit achtzehn Jahren Turbo-Abitur, immer informiert sein, sofort reagieren, keine Zeit verlieren, um ans Ziel zu kommen – tappen wir in eine Geschwindigkeitsfalle?
Die Herausforderung der Globalisierung verschärft das Arbeitstempo, die neuen Techniken machen süchtig nach immer neuen Reizen und Ideen. Forscher haben herausgefunden, schnelle Orte werden wohlhabender, jede Minute zählt.
Für viele Deutsche ist es selbstverständlich, mobil und stets verfügbar zu sein. Zeit sparen ist fast zum Volkssport geworden. Für Muße gibt es den Kurzurlaub, für Erschöpfung den Anti-Stress-Ratgeber. Alles ganz normal!
Aber die Suche nach der verlorenen Zeit hat begonnen. Burn-out und Depression sind zur Volkskrankheit geworden. Haben wir die Grenzen für Beschleunigung und Mobilität erreicht?
Was können wir ändern, wie wollen wir leben? Über Lebensqualität in Zeiten von "Coffee to go" und iPhone diskutiert Dieter Moor mit
Petra Bock
Sie war als Unternehmensberaterin erfolgreich, ehrgeizig und immer unterwegs. Bis ihr Körper signalisierte: "Es geht nicht mehr". Sie kündigte und veränderte ihr Leben. Heute hilft sie als Coach und Autorin anderen beim Entschleunigen. Einen Gang runterschalten - ist das der Schlüssel für mehr Lebensqualität?
Wolfgang Böhmer
Stress und Termindruck ist er als ehem. Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt gewohnt. Sich bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen, das war auch wichtig während seiner Zeit als Chefarzt einer Klinik. Und wenn es mal zu viel wird, rät er: Ein kurzer Mittagsschlaf wirkt Wunder. Seit März ist er pensioniert. Genießt er den Ruhestand?
Paul van Dyk
Der Berliner Musikproduzent und DJ ist weltweit erfolgreich. Auftritte von Sydney bis Kuala Lumpur - mit seinen jährlichen Flugkilometern könnte er 16mal die Welt umrunden. Trotz Reiseanstrengung und Dauerjetlag liebt er seine Arbeit und meint: "Erfolg ist nun mal anstrengend." Geht dieser Stress ihm gar nicht an die Substanz?
Tim Raue
hat eine rasante Karriere hingelegt: vom jugendlichen Gang-Mitglied zum Spitzenkoch. Die Freude an Tempo und Abwechslung ist sein Antriebsmotor. Und als Koch muss man Stress aushalten können: "Im Büro hat man mal Druck. Bei uns in der Küche ist das ein Dauerzustand." Damit es nicht zu viel wird, bemüht er sich um maximal 16 Stunden Arbeit pro Tag. Fällt es ihm schwer?
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/impalais/archiv/wer_nicht_rennt__ist.html