Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen will in ihrer
Großen Anfrage wissen, ob es nach Auslaufen des Verkehrsvertrages Ende 2017 mit der Deutschen Bahn genügend S-Bahn-Züge in Berlin gibt. Außerdem soll Verkehrssenator Michael Müller (SPD) sagen, warum sich der Senat gegen den Aufbau eines landeseigenen Fuhrparks entschieden hat, und ob das Land der Bahn hohe Ausgleichszahlungen für die Instandsetzung veralteter Züge zahlt.
Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen)
begründet die Große Anfrage seiner Fraktion und fordert "verbindliche und keine ausweichenden" Antworten des Senats auf die drei Einzel-Fragen. Er moniert, dass der Senat das Parlament nicht in die Entscheidung zur Teilausschreibung des Netzes einbezogen habe. Die Züge solle der neue Betreiber bestellen, was frühestens 2014 passieren könne. Damit seien 2017 Probleme zu erwarten.
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Michael Müller (SPD)
Der Verkehrssenator erklärt auf die Große Anfrage, die S-Bahnkrise habe gezeigt, dass Betreiber, Hersteller und Instandhalter der eingesetzten Spezialfahrzeuge eng zusammenarbeiten müssten. Ein Streit müsse verhindert werden. Deshalb habe der Senat einen landeseigenen Fuhrpark abgelehnt. Nach der Ausschreibung des Zugbetriebes auf Teilen des S-Bahn-Netzes solle Mitte 2014 über den neuen Betreiber entschieden werden, kündigte Müller an. Es gebe mehrere Bewerber. Er rechne damit, dass Ende 2017 die ersten neuen S-Bahnzüge eingesetzt würden.
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Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen)
gibt zu bedenken, dass nur die S-Bahn über den von Verkehrssenator Müller geforderten "technischen Background" zur Berliner S-Bahn verfüge. Damit seien alle anderen Bewerber aus dem Rennen. Die Rechtslage widerspreche der Argumentation des Senators: die speziellen Erfahrungen mit dem S-Bahn-Betrieb dürften nicht ausschlaggebend für die Vergabe sein. Er vermisse zudem konkrete Antworten auf die Frage der Verantwortung.
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Sven Heinemann (SPD)
fordert die S-Bahn-Geschäftsführung auf, ihre Kunden zu entschädigen: Zwar habe sich die Situation gebessert, doch sei die S-Bahn weiterhin außerstande, den vereinbarten Betrieb anzubieten. Im neuen Vertrag müssten dem Land größere Rechte eingeräumt und die Berichts- und Offenlegungspflichten des Betreibers erweitert werden. Er erinnert die Grünen an eine Forderung des "S-Bahn-Tisches": keine Beschaffung von Zügen durch das Land.
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Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen) vs. Sven Heinemann (SPD)
Der Abgeordnete Gelbhaar meint in einer Kurzintervention, die Regierung hätte "durchregieren" und erwirken können, dass sich die BVG an der Ausschreibung des S-Bahn-Teilnetzes beteiligt. - Er hätte sich das auch schon aus Wettbewerbsgründen anders gewünscht, antwortet Heinemann.
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Harald Wolf (Die Linke)
sieht in der Teilausschreibung des S-Bahnnetzes vom Sommer eine politische Entscheidung. Danach hätte es – wie im SPD-Wahlprogramm verankert - eine kommunale Lösung für den S-Bahnbetrieb nach Auslaufen der jetzigen Verträge geben müssen. Durch die Koppelung der Fahrzeugbeschaffung an das Ausschreibungsverfahren gehen nach seiner Auffassung zwei Jahre verloren, bis Berlin über einsatzfähige S-Bahnen verfüge.
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Oliver Friederici (CDU)
ist der Ansicht, dass die "verantwortungslose Grundeinstellung" der Grünen - die fristlose Kündigung der S-Bahnverträge - zu Chaos in den vergangenen Krisenwintern geführt hätte. In ihrer Großen Anfrage hätten sie das wichtige Thema mit "nur drei Fragen" und "null Lösungen" bedacht. Friderici meint, den Grünen gehe es nicht um die Sache; sie wollten nur ein Thema "besprechen".
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Gerwald Claus-Brunner (Piraten)
formuliert "zwei einfache deutsche Sätze", mit denen der Senat die Große Anfrage ehrlich hätte beantworten können. Brunner macht zugleich Vorschläge, wie er das Problem mit den auslaufenden S-Bahnverträgen lösen würde.
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Sven Heinemann (SPD) vs. Gerwald Claus-Brunner (Piraten)
In einer Kurzintervention wendet sich Sven Heinemann gegen Schwarzmalerei und Horrorszenarien. - Claus-Brunner bezeichnet es in seiner Erwiderung als "bodenlose Frechheit", immer wieder zu behaupten, alles sei prima und laufe. Die Tatsachen sprächen dagegen. Lösungsvorschläge, die der S-Bahn-Tisch schon vor zwei Jahren erarbeitet habe, seien abgewiegelt und behindert worden.
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